Sydney I

Imposant!

Wer nach Sydney kommt, will meistens zuerst zwei weltberühmte Bauwerke sehen: Das Opernhaus und die Sydney Harbour Bridge. Ich unterscheide mich da nicht von andern Touristen. Also auf zu Fuss (ist immer am besten) in Richtung Hafen. Mein Hotel befindet sich in Potts Point, einem sehr lebendigen Quartier etwa 2 km östlich vom Geschäftszentrum und Hafen entfernt. Durch den Hyde Park und entlang dem riesigen Botanischen Garten steuerte ich gleich mal das Sydney Opera House an. Es ist eines der grössten Kulturzentren der Welt, mit 5 Theatern und 2500 Veranstaltungen pro Jahr. Die Ausmasse sind gigantisch, über 180 Meter lang und fast 120 Meter breit. Das mit über 1 Million Keramikfliesen bedeckte Dach ragt 67 Meter in die Höhe. Eine architektonische und ingenieurmässige Meisterleistung, die auch in der Liste des UNESCO-Welterbes eingetragen ist. Architekt war der Däne Jørn Utzon.P1030608 P1030643 P1030656 P1030685 P1030721

Das zweite Wunderwerk ist die Sydney Harbour Bridge. Die Einheimischen nennen sie „coat hanger“ (Kleiderbügel). Einige Daten dazu (aus Wikipedia): Gesamtlänge 1149 m, Breite 49 m, längste Stützweite 503 m, Höhe 134 m, Eröffnung 1932. Es ist eine der schwersten und breitesten Bogenbrücken der Welt. Die vier 89 m hohen Pfeiler dienen nur der Dekoration (auch Museum), die Brücke selber wird von gigantischen Fundamentblöcken getragen. Auf ihr verlaufen insgesamt acht Straßenspuren (davon eine Busspur), zwei Bahngleise, ein Fahrradweg und ein Fußweg. P1030626 P1030680 P1030689 P1030708 P1030714 P1030719

Mich hat diese Brücke mindestens so beeindruckt wie einst der Eiffelturm, als ich den vor Urzeiten (1970?) zum ersten Mal gesehen hatte.

Im nächsten Beitrag dann mehr und anderes über Sydney. Bis bald!

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Neuseeland zum Abschluss

Hat es sich gelohnt, hierher zu kommen?

Ja, es ist hoch interessant, unsere „Antipoden“ (sie wohnen nämlich genau quer durch die Erdmitte hindurch „unter“ uns) zu besuchen. Es ist eine eigenartig andere Welt, und es ist kein Zufall, dass hier Filme wie Herr der Ringe gedreht wurden. Die Landschaften sind andersartig als in unserer zugebauten Schweiz. Das Land hat gerade mal 4.5 Millionen Einwohner, ist aber 6.5-mal grösser als die Schweiz mit 8.1 Millionen Einwohnern. Es gibt unendlich weite Landschaften, ohne dass man ein einziges Gebäude erblicken würde. Und das gefällt mir! Die Nordinsel wird von Vulkanen beherrscht, während sich über die Südinsel die Neuseeländischen Alpen erstrecken, ein Faltengebirge (wie die Alpen in Europa). Das hängt zusammen mit der geografischen Lage des Landes, das sich auf der Schnittlinie zwischen Indisch-Australischer und Pazifischer Platte befindet. Neuseeland gehört also zum „Pazifischen Feuerring“, befindet sich aber auch in einer tektonisch hoch aktiven Zone. Darum gibt es hier viele, zum Teil katastrophale Erdbeben (Christchurch 2010, 2011) und Vulkanausbrüche. Die Bevölkerung ist sich dessen bewusst und weiss auch, wie man sich in einem solchen Fall verhalten muss.

Ein nachträgliches „Geständnis“

Als ich aus Chile in Auckland ankam, machten es mir die Neuseeländer nicht leicht, mich mit ihrem Land spontan anzufreunden. Es ist nämlich Folgendes passiert: Nach einem über zwölfstündigen Flug am Morgen um 4 Uhr angekommen, völlig übermüdet und reizbar, holten sie mich (und ein paar andere) am Zoll raus. Alles auspacken. Auslegeordnung. Ein (weiblicher) officer hat sich offenbar in den Kopf gesetzt, dass ich, da aus Südamerika kommend, Kokain mitgebracht haben könnte. Ihr Chef hat sich dann nach zwei Stunden bei mir entschuldigt, aber er müsse den Verdacht seiner Leute respektieren. Diese Flugroute sei nun einmal eine Hauptschmuggelroute nach Neuseeland. Wow!

Mindestens ein dutzendmal hat die Tussi von Gegenständen Proben genommen, vom Computer, von Kleidern, Büchern, und jedes Mal mit negativem Ergebnis. Ihr Maul hing zusehends schiefer. Ich konnte ihr frustriertes Gesicht (ihr Maulwerk ging definitiv auf zwanzig-vor-Acht-Stellung) auf zehn Meter Distanz beobachten, jedes Mal, wenn sie den ausgedruckten Analyse-Zettel mit dem negativen Resultat wieder in den Papierkorb schmiss. Und da ich alles mit unendlicher Gelassenheit über mich ergehen liess (eigentlich habe ich mich sogar amüsiert!), schien sie das noch wütender zu machen. Sie begann, das Ganze zeitlich in die Länge zu ziehen. Schikane pur. Umso mehr Gelassenheit (und Spott meinerseits) war angesagt. Ich wusste ja, sie würden nie etwas finden. Körpervisite wurde veranlasst. Ich hatte die Möglichkeit, einen Anwalt zu bestellen (!), entschied mich aber für die schnelle Lösung. Sonst wäre ich noch am Abend hier gewesen. Also liess ich auch das über mich ergehen.

Schliesslich musste auch Miss officer einsehen, dass da nichts zu „holen“ war. Dann brachte sie mich auf die Migrationsbehörde. Dort hatte ich dann ein Gespräch mit einer kleinen Dicken. Die war jetzt endlich freundlich. Aber alles wollte sie wissen. Der Kontostand der Kreditkarten wurde überprüft. Ich verwies sie auch auf meine Website und den Blog, damit sie wusste, was mich eigentlich hierher trieb. Ich habe zu allem gute Miene gemacht. Denn ich musste ohnehin bis 14 h warten, um mich im Hotel einzuchecken.

Um 4 h war ich angekommen, um 8 h war ich dann wieder ein „freier Mann“, mit einem Dreimonate-Visum im Pass. Und eine „nette“ Erfahrung reicher. Ich habe das dann weggesteckt, wollte die drei Wochen Aufenthalt in diesem Land nicht mit Wutgefühlen verbringen. Die Zollbeamten, das waren ja nicht die Neuseeländer/-innen. Die taten einfach ihren Job  …

Trotzdem musste ich meinen ursprünglichen Plan ändern. Wegen dem Wetter. Falsche Jahreszeit erwischt. Ich wollte mir nämlich einen Wagen mieten (unglaublich günstig!) und mit diesem gemütlich von Nord nach Süden fahren. Von einer schönen Küste zur andern, von einem Vulkan zum nächsten, ein bisschen durch die Neuseeländisch Alpen kurven und im Wagen schlafen. Aber dieses Programm musste ich streichen. Ich konzentrierte mich auf drei Städte und wählte Bus und Bahn als Transportmittel.

Es war spannend! – Bis bald, das nächste Mal aus Sydney/Australien. Noch ein paar Bilder aus Christchurch:P1030374 P1030387 P1030390 P1030411 P1030422 P1030424x P1030435x

 

Christchurch II – Greymouth

Mit dem TranzAlpine an die Westküste

Samstag, 26. April. Ich mache mich früh auf die Socken. Habe ein Ticket gebucht für die Bahn nach Greymouth. Ich gehe zu Fuss zum Bahnhof. Nur, der liegt an einem unmöglichen Ort, etwa 3 km weit weg von meinem Hotel. Und damit von der „City“. Mond und Venus begleiten mich, und im riesigen Hagley Park hängt ein Meter über dem Boden eine Nebelschicht. Surreal, gespenstisch irgendwie.P1030437 P1030442Kurz nach 8 Uhr fährt der Zug. Die Fahrt wird etwa 4 Stunden dauern. Man sitzt in bequemen Sesseln, die Wagen haben grosse Fenster. Nachdem die Canterbury Plains durchquert sind, beginnt der Anstieg in die Southern Alps, über eine Reihe von Viadukten und durch zahlreiche Tunnels. Arthur’s Pass ist die höchste Stelle, dann geht es durch den 8.5 km langen Otira-Tunnel und dann hinunter, durch das Tal des Taramakau-Flusses, bis zu einem Ort Namens Greymouth. P1030459 P1030464 P1030475 P1030483 P1030525Über Greymouth kann ich nicht viel sagen. Ein verschlafener Ort? Es scheinen viele Trecking-Touristen hier vorbeizukommen. Ich gehe an Dutzenden von Geschäften mit Sportartikeln und Schuhen vorbei. Dazwischen Fast-Food-Buden und Restaurants. Ein Fotogeschäft und eines mit Elektronikartikeln. Alle leer. Wovon leben diese Leute eigentlich? (Gut, die Saison ist vorbei …) Esswarengeschäfte sucht man vergeblich. Hinter dem Bahnhof gibt es einen Supermarkt. P1030489x P1030495Nach gut einer Stunde geht die Fahrt zurück. Versuche, durch die doppelt verglasten Fenster noch einige Bilder zu machen. Eine zeitlang begleitet uns ein Hubschrauber, mit einem Fotografen an Bord. Als wir in Christchurch am halb 7 ankommen, ist es schon wieder tiefste Nacht. Fussmarsch zurück zum Hotel. Gute Gelegenheit, den Orientierungssinn zu trainieren …P1030505 P1030521 P1030527 P1030535 P1030551 P1030557 P1030567

Christchurch I

In welchem Film bin ich hier? …

Mittwoch, 23.April. Bin den ganzen Morgen durch die Stadt gelaufen. Aber wo ist sie, die Stadt? Obschon mein Hotel im Zentrum liegt, ist hier rund herum eine einzige Leere. Christchurch ist eine einzige Baustelle! Mindestens dort, wo es einmal ein lebendiges Stadtzentrum gegeben haben muss (?).

P1030274 P1030275x Mir wird bewusst, was eine Katasrophe wie ein Erdbeben (2010, 2011) anrichten kann! Es wird noch Jahre lang dauern, bis hier wieder Häuser und wirklich belebte Strassen sein werden. Was jetzt passiert, sind aufwändige Drainage-Arbeiten. Der Untergrund für künftige Gebäude muss erst einmal vorbereitet werden. An einigen Orten beginnen immerhin bereits massive Stahl-Beton-Skelette in den Himmel zu wachsen.P1030311P1030372 P1030404 P1030405 P1030411 P1030413Auf riesigen Baugeländen – es sind Hunderte Hektaren, Dutzende Fussballfelder hätten hier Platz! – stehen Baumaschinen rum. Es wird wirklich gearbeitet! Eine Stadt entsteht hier von Grund auf neu!P1030429Das lassen auch neue Namen für Strassen oder ganze, riesige Areale erkennen. Zum Beispiel die Re:START Mall. Sie wurde im Oktober 2011 eröffnet und ist ein buntes Labyrinth aus Containern, in denen sich Shops, Banken und Restaurants befinden. Es ist crazy, Banken in Schiffcontainern! Die Container stehen nicht nur nebeneinander, sondern sind auch übereinander gestapelt.P1030278xP1030281 P1030282 P1030284 P1030285Einen besonderen Eindruck hinterlässt Cathedral Square. Hier stand bis vor wenigen Jahren eine schöne, neugotische Kathedrale. Seit dem Erdbeben von 2011 steht nur noch ein Teil des Hauptschiffs. Der 63 Meter hohe Turm war eingestüzt. Als ich mir das Gemäuer näher ansah, wunderte es mich nicht mehr, dass bei einem schweren Beben Hopfen und Malz verloren war. Die Fassaden waren zwar mit Ziegelsteinen schön gebaut, aber im Innern der dicken Mauern hatte man einfach Schutt hinein geworfen. (Das ist mein Eindruck; ob es stimmt, lasse ich offen.)P1030298 P1030301 P1030302Auf dem Platz vor der Kathedrale steht eine 18 Meter hohe Skulptur aus Metall, Chalise genannt. Sie wurde 2001 anlässlich den Millenniums errichtet. P1030373Mit alten Trams kann man kurze Fahrten unternehmen. Sie sind ein Farbtupfer in dieser Stadt, die eigentlich kein Gesicht mehr hat.P1030300 P1030369

Alles rund herum, Kilometer weit, besteht nur aus einstöckigen  Bauten. Es sieht aus wie im schweizerischen Mittelland, in den Vororten von Zürich zum Beispiel. Oder, nehmen wir St.Gallen, das Gebiet von Winkeln nach Gossau und Abtwil. Trostlos. Aber das ist das Gesicht der neuen Welt … Mit dem Unterschied, dass es hier aus einer Naturkatastrophe heraus entstanden ist.

Die Tramstation oben befindet sich genau neben/in meinem Hotel (Bild unten). Muss sagen, dass je mehr man in den Süden des Landes kommt, desto teurer sind die Logen.P1030365 P1030394Und es ist kühl geworden. Die paar Tage, die ich hier im tiefen Süden verbringe, halte ich gerade noch aus in den Klamotten, die ich mitgenommen habe. Danach bin ich ja wieder im sommerlichen Norden …

Mit der Gondola auf den Aussichtsberg von Christchurch – und zu Fuss nach Lyttelton

Donnerstag (24. April): das Wetter stimmt, ich mache einen kleinen Ausflug. Mit einer Gondelbahn. Leider keine Aussicht bis zu den South-Alps. Wolken liegen davor. Für mich aber eine schöne Gelegenheit, wieder mal eine kleine Wanderung zu machen, auf einem teilweise nur erahnbaren Pfad in die kleine Hafenstadt Lyttleton hinunter. Gutes Gefühl! P1030337 P1030345 P1030347 P1030349 P1030350 P1030353

Cook Strait

Von der Nord- zur Südinsel

Eine Schiffsreise der Superklasse

Ich habe einiges gelesen über diese Meeresstrasse, welche die beiden grossen Inseln Neuseelands trennt. Und über die Schiffsreise habe ich nur das Beste gehört. Tatsächlich, es war ein gewaltiges Erlebnis. Es ist vergelichbar mit eine Reise in norwegische Fjorde hinein, nur dass es hier ein ‚einfacher‘ Fjord ist, sondern das Schiff schlängelt sich auf der Südinsel durch kleinere und grössere Inseln hindurch, bis es endlich in Picton anlegt. P1030031Hier ein paar Bilder, ohne weitere Kommentare.P1030006 P1030026 P1030027 P1030070 P1030072 P1030079 P1030096 P1030102 P1030104 P1030110 P1030120 P1030129  P1030136 P1030140 P1030143 P1030157 P1030186 P1030193Von Picton aus wollte ich mit der Bahn bis Christchurch weiterreisen.  Ging aber nicht, da starke Regenfälle das Bahntrassee unterspült haben. Also, wieder einmal Bus fahren. Die Strasse verläuft praktisch parallel zur Bahn, und es wäre eine fantastische Reise gewesen, wäre da nicht … Na, ja, ihr ahnt es, das Wetter …  P1030202

Die Gegend um Blenheim ist bekannt wegen ihrer riesigen Weinbaugebiete. Dann Hügel, übersät mit tausenden von Schafen, aber auch mit grossen Rinderherden. Wegen ‚freiem Auslauf‘ und ‚artgerechter Tierhaltung‘ reklamiert hier wohl niemand. P1030222 P1030225Ein Problem haben die Neuseeländer aber: zu wenig Wald. Die Inseln waren vor ihrer Besiedlung (zuerst die Maori, viel später die Briten) fast hundertprozentig mit Urwald bewachsen. Heute sind noch knapp 20 Prozent bewaldet. Im Laufe der Besiedlung wurde mit Feuer und Axt abgeholzt, was das Zeug hielt. Was das bedeutet, habe ich gesehen, Erosion überall, Erdrutsche, buchstäblich weggespülte Hänge, Geröllhalden, Runsen. Es wird aber neu aufgeforstet. Nur, diese neuen Wälder bestehen meistens (das ist meine Beobachtung) aus einer einzigen Baumart (Nadelbäume) und werden wohl nur zur Nutzholzgewinnung angepflanzt. Aber sie sehen furchtbar monoton aus. So, wie die Briten ihre Rasen pflegen, haben die Neuseeländer ihre neuen Wälder gepflanzt. In schnurgerader Linie steht hier Baum neben Baum.

Wellington III

Ostermontag, die Welt normalisiert sich wieder. Die Geschäfte sind teilweise geöffnet, und die Leute geniessen diesen sonnigen Tag. Für mich ist es aber zu spät, um von hier aus noch grosse Sprünge zu machen. Morgen früh geht die Fähre ab nach Picton auf der Südinsel.

Macht mich betroffen

Gabriel José García Márquez ist am 17. April gestorben. Ich habe diesen kolumbianischen Dichter bewundert und habe seine Bücher buchstäblich in mich aufgesogen. Er war die grosse Stimme der lateinamerikanischen Literatur. So holt mich Lateinamerika, wo ich sowieso noch gerne geblieben wäre, auf traurige Weise wieder ein.

Und eine erfreuliche Nachricht

Gestern vertrieb ich mir die Zeit im Botanischen Garten und im astronomischen Observatorium, wo es im Planetarium interessante Vorführungen gibt. Da kam mir eine Nachricht in den Sinn: Kürzlich meldete die amerikanische Raumfahrtbehörde NASA, dass das Weltraumteleskop Kepler den ersten extrasolaren Planeten entdeckt hatte, der nicht nur erdähnliche Grösse hat, sondern sich auch in der sogenannten „habitable zone“ aufhält, also wahrscheinlich Wasser und vielleicht auch Leben trägt. Für mich stand immer fest, dass es ausserirdisches Leben gibt. Es muss wimmeln davon! Wir sind nicht die einzigen! Den Namen dieses Planeten – Kepler 186f – sollte man sich merken! Der Stern, um den er kreist, ist „nur“ 490 Lichtjahre entfernt.P1020255xDer Botanische Garten ist super. Eine Standseilbahn (Baujahr 1902) bringt einen auf den 150 m hohen Hügel. Die Windböen waren dort oben so stark, dass ich mich ab und zu an Geländern oder dünnen Bäumen festhalten musste. P1020249 P1020258 P1020264 P1020271Ostermontag: Letzter Tag in Wellington. Eine der interessantesten Gegenden ist die Umgebung des Civic Square, zwischen westlicher City und der Waterfront gelegen. Hier läuft immer etwas. Strassenmusikanten, viel Volk, nervende (auch hier gibt es die rücksichtslosen Velofahrer …) und friedliche, komische Käuze und Spiesser, alles, was die Menschheit halt so hergibt. Hubschrauberlandeplatz direkt am Quai, Galerien und Boutiquen, Restaurants, eine Eisbahn und nicht mehr benutzte Hafenkräne, dass man in Zürich neidisch werden müsste (à propos Hafenkran in Zürich: ich finde die Idee echt lustig!). P1020278 P1020279 P1020286xx P1020316P1020300Hier gibt es auch viele Kunstinstallationen. Die „City to Sea Bridge“ ist eine davon (1994 eröffnet). Auf ihr stehen Skulpturen des Maori-Künstlers Paratene Matchitt. Gegenüber liegt eine gespaltene Pyramide (Te Aho a Maui). Es sind Kunstwerke, die tikanga ausdrücken oder symbolisieren, uralte, zeitlose Bräuche und Traditionen der Maori.P1020290 P1020291 P1020292 P1020297Eine der belebtesten Strasse ist die Cuba Street. Hier sind die Läden bis zu später Stunde geöffnet. Hier stehen keine gläsernen Hochhäuser, sondern noch die alten Bauten wie vor hundert Jahren. Bunt angestrichen und mit Reklameschildern übersät. Mit Leuten aus allen sozialen Schichten in Kneipen, Bars und Shops aller Art. Gut und günstig zu essen gibt es hier auch. Neuseeland, wie es mir gefällt (und das gleich um die Ecke, wo ich wohne).P1020319 P1020323 P1020330x P1020332xP1020342Bis bald, von der Südinsel, aus Christchurch!

Wellington II

Was tun bei schlechtem Wetter?

Wieder ein Museum besuchen. Diesmal des Nationalmuseum Neuseelands, das in der Sprache der Maori „Te Papa Tangarewa“ genannt wird, was auf Deutsch heisst: „Der Ort der Schätze dieses Landes“. Hier geht es um die Geschichte Neuseelands von Urzeiten bis in die Gegenwart. Es bieten sich viele Möglichkeiten, interaktiv in das Gezeigte einzugreifen. Dauernd gibt es auch Extra-Ausstellungen, jetzt eine des Nationalmuseums China über ausgewählte chinesische Kaiser.

Es gibt mir schon zu denken, dass ich schon wieder in einem Museum lande. Ich bin ja nicht wegen solchen in dieses Land gereist. Aber das Wetter (Dienstag, 15. April) lässt mir wieder einmal keine andere Chance. Zum Glück ist es mir nie langweilig geworden. Bemerkenswerte Präsentation! (Auf dem Foto links neben dem Kran.)P1020216

Karfreitag – endlich einmal Sonne … Aber …

… auch ein Tag, an dem hier nichts läuft – wie an vielen andern Orten der Welt. Die Menschen flanieren an er Waterfront und der Oriental Parade. Ein paar Typen springen ins 15 Grad kalte Wasser. Oder sie machen Ausflüge in die vielen Hügel der Umgebung. Auch ich wanderte auf den Mt. Victoria, von dem aus man eine wirkliche schöne Aussicht auf die Stadt und die Bucht geniesst.P1020157 P1020161 P1020169xIn die anderen Richtungen blickt man auf die Cook Strait (auf Maori Raukawa), hinter der die Südinsel liegt. Hinten links ist der Flughafen, mit der Piste direkt ins Meer hinaus.P1020174xEin Fähre beim Verlassen der Bucht von Wellington, unterwegs nach Picton, dem Hafen auf der Südinsel, den ich auch nächsten Dienstag ansteuern werde.P1020177Die Fusswege auf den Hügel führen durch Wald, der streckenweise nur aus ausgedörrten Bäumen besteht, oder durch Anhäufungen von kleinen und kleinsten Häusern, die in die steilen Hänge hineingebaut sind. Wer hier wohnt, braucht eine gute Kondition! Man sieht auch viel Skurriles. P1020146P1020183x P1020185xAm Abend braut sich ein Wetterumschwung zusammen. Und kurz nach der letzten Aufnahme hier hat ein grandioser Donnerschlag ein heftiges Gewitter eingeleitet.P1020201x P1020208

Wellington I

Die Fahrt in die Hauptstadt Neuseelands

Auch lange Busfahrten können interessant sein. Aber diese war es nicht. Das regnerische und nebelverhangene Wetter liess keine grossen Blicke auf die so gepriesene Landschaft Neuseelands zu. So sieht „mein“ Neuseeland im Moment aus, durch verregnete Busfenster (am Taupo-See), oder wenn man einen Halt macht, sinnigerweise in einem Kaff, das den Gummistiefeln ein Denkmal gesetzt hat …P1010989x P1020004                                                 Erste Eindrücke 

Habe mich in einem günstigen Appartementhaus eingemietet (ca. 35 Franken pro Tag). Alles tipptopp. Liegt im Zentrum, und ich kann alles Wichtige zu Fuss erreichen (hat mir der Taxifahrer gesagt; und es stimmt!).P1020018 Aber mein Zimmer hat eine bemerkenswerte Eigenschaft (besser: Tücke): Diagonal vom Boden bis zur Decke zieht sich ein stählener Doppel-T-Träger. Musste mich erst an ihn gewöhnen und habe schon mal meine Hirndose daran angeschlagen …P1020075Der Tag darauf war wettermässig wunderbar und ich durchstreifte ein paar Stunden lang die Stadt. P1020024x P1020026xx P1020035xAn der Waterfront mit den vielen renovierten und neuen Zwecken zugeführten ehemaligen Lagehäusern lässt es sich gut entspannen. Man kann spazieren, auf Bänken die Aussicht auf die Bucht geniessen, joggen, Velo fahren, in eines der Restaurants einkehren. Es gibt Kinderspielplätze und sogar eine kleine Eisbahn (wo der Eismeister fast ausschliesslich damit beschäftigt ist, das Schmelzwasser von der Eisfläche zu schieben).P1020037x P1020041 P1020045 P1020047 P1020204Galerien, Museen und die Anlegestelle der Bluebridge Cook Street Ferry befinden sich ebenfalls hier.P1020057x P1020058x P1020059 P1020065x Gegenüber vom Parliament, am Lambton Quay, steht das größte Holzhaus der südlichen Hemisphäre. Es sieht aus wie aus Marmor gebaut, und dieser Eindruck solte auch entstehen. Es sollte, einer Mode des 19. Jahrhunderts entsprechend, einem italienischen Steinpalast gleichen. In Tat und Wahrheit besteht es aber aus Kauri-Holz, einem der besten Hölzer des Landes. Heute wäre das nicht mehr möglich, weil die Kauri-Wälder alle unter Naturschutz stehen.P1020068xImmer wieder entdeckt man inmitten der neuen Beton-, Glas- und Stahlbauten bewusst erhaltene und gepflegte alte Häuser.P1020069 P1020070xDas war’s von gestern. Heute, wo ich diesen Beitrag schreibe (Donnerstag, 17. April) ist es wieder trüb und regnerisch. Es scheint, dass einige meiner Pläne in diesem Land buchstäblich ins Wasser fallen. Zum Glück ist Wellington eine abwechslungsreiche Stadt (gefällt mir besser als Auckland).  So sah es heute Nachmittag aus:P1020092Noch eine Bemerkung zu den Fotos: Es tut mir leid, wenn ich nicht solche Bildmaterial liefern kann, wie ich möchte. Aber mir ist – es muss in Chile auf der Reise zwischen Iquique und Santiago passiert sein – ein weiteres Missgeschick passiert: Der optische Zoom der zweiten Kamera ist ausgefallen. Es muss ein mechanischer Schaden sein. So bleibt mir nur noch die Weitwinkeleinstellung und ein (3-facher) digitaler Zoom. Letzteren werde ich allerdings – aus bekannten Gründen (miese Bildqualität) – praktisch nie einsetzen. Deshalb arbeite ich jetzt halt mit Bildausschnitten (was ihr an den unterschiedlichen Bildformaten sicher bemerkt habt).

Bye-bye Auckland

Es geht weiter!

Heute Sonntag (13. April) besuchte ich noch das Auckland Museum. Ein Riesengebäude auf einem Hügel mit riesigem Park, der Auckland Domain. Beeindruckt hat mich vor allem die Abteilung über die Maori, in der auch ein 25 Meter langes Kriegsboot präsentiert wird. Was dieses Volk geschaffen hat, an Gebrauchsgegenständen, Waffen, Skulpturen, Schmuck, usw., ist unglaublich. Und schön! Man könnte sich Tage lang inspirieren lassen.P1010941 P1010945 P1010946

Ich war ja vor wenigen Tagen auf dem Vulkan Rangitoto. Die Wissenschaftler sind sich ziemlich sicher, dass dieser vor 600 Jahren entstandene Vulkan nicht tot ist, sondern schlummert. In der Museumsabteilung über Vulkanismus habe ich eine Demonstration erlebt, was bei einem Ausbruch eines Vulkans in der Bucht vor Auckland geschehen könnte. Ich drängte mich mit etwa 30 andern Leuten in einen engen Raum, der wie ein Wohnzimmer eingerichtet war. Es lief ein Ferneher. Eine Reporterin interviewte verschiedene Persönlichkeiten über die Wahrscheinlichkeit und die Folgen eines Vulkanausbruchs. Man sah zu einem Fenster hinaus, in dessen Hintergrund der Rangitoto zu sehen war. Hunde bellten immer aufgeregter. Im Meer erschienen nie dagewesene Wirbel und Verfärbungen. Plötzlich Rumpelte die ganze Hütte, in der wir waren, der Strom fiel aus, kein Fernseher mehr. Dann, im Fenster, immer heftigere Strudel in der Meerbucht. Und dann ein Knall wie von hundert Kanonen. Wie ein Atompilz schoss aus dem Meer eine schwarzgraue Wolke hervor, breitete sich aus und wurde grösser und grösser. Der Lärm wurde bestalisch, Wände und Boden unserer Hütte bebten (wir mit). Dann schoss eine Rauch- und Aschenwolke auf uns zu, eine Tsunamiwelle war kurz noch sichtbar. – Dunkel! Aus! – Das Licht ging wieder an. Die sehr eindrückliche Vorstellung war vorüber.

Diese Vorstellung war eindeutig auch auf die AuckländerInnen zugeschnitten. Sozusagen ein Lehrstück, auf welche Zeichen man achten sollte (Verhalten der Tiere, ungewöhnliche Strömungen und Strudel im Meerwasser, usw.), Die Regierung hat Evaquierungspläne, soviel wurde mir auch klar. Neuseeland ist eines der  Länder, die am Pazifischen Feuerring liegen, wie Chile und viele andere (ganz Amerika bis Alaska, Japan, Philippinen, teilweise Indonesien).

Wenn man in Auckland ist, dann ist dieses Museum ein Muss!

Aber jetzt ist fertig gebloggt. Ich muss den Rucksack packen. Morgen früh fahre ich in die Hauptstadt Wellington. Goodbye bis dann!

„Glühwürmerhöhlen“ in Waitomo

Ein total verregneter Tag, aber ein märchenhaftes Erlebnis

Es scheint, in Neuseeland zieht der Herbst ein. Am Freitag, 11. 04., fuhr ich per Bus zu den berühmten Waitomo Glowworm Caves. Die Landschaft war von Nebel verhangen, es regnete die meiste Zeit. Für’s Fotografieren kein Anlass. Derweil unterhielt uns der Busfahrer fast pausenlos mit Geschichten über Neuseeland, oder er versuchte zu erklären, was wir sehen würden, wenn das Wetter eben, usw. … Die Busfahrer als Dauerunterhalter der Fahrgäste, so etwas habe ich noch nie erlebt. Auf der dreistündigen Rückfahrt hatten wir einen anderen Fahrer, und der tat genau dasselbe. Und ich bekam Riesenrespekt vor dem Wissen dieser Fahrer!

Bei den Höhlen angekommen, wurde man gleich am Eingang darauf aufmerksam gemacht, dass Fotografieren verboten ist. Ich erlaube mir deshalb, einige Fotos von andern (offiziellen) Websites zu übernehmen.

Was sind diese „Leuchtwürmer“? Ich übersetze hier in etwa den Text aus der offiziellen Website der Waitomo-Höhlen: Der Lebenszyklus des Glowworm hat vier Stadien und dauert 11 Monate. Das erwachsene Tier gleicht einem Moskito. Es lebt nur drei Tage (darum besitzt es auch keinen Mund; seine einzige Aufgabe ist es, die Fortpflanzung zu garantieren), und es legt ca. 30-40 Eier an den Wänden und Decken der Höhlen ab. Nach 3 Wochen schlüpfen die Larven und beginnen zu leuchten. Sie bauen ein Nest und sondern glänzende, klebrige Fäden ab, an denen andere Insekten hängen bleiben und so als Futter dienen. Diese Phase dauert 9 Monate. Danach verpuppen sie sich; aus der Puppe entschlüpft nach 2 Wochen das Insekt, und der Zyklus beginnt von neuem.Waimoto 01 Waimoto 02

Die caves sind prachtvolle Tropfsteinhöhlen. Sie wurden 1904 von James Holden für Besucher zugänglich gemacht. Den Maori waren sie schon seit 500 Jahren bekannt. Waimoto 05 Waimoto 06

Am Ende der Führung besteigt man ein Boot, das einen auf einer langsamen, 10-minütigen Fahrt zum Ausgang bringt. Obschon wir etwa zwei Dutzend Leute im Boot waren, hörte man während der ganzen Zeit keinen einzigen Mucks. Zu fantastisch und unwirklich war das, was man zu sehen bekam. Und es wurde einem wieder einmal bewusst, in welch extremen Formen Leben auf diesem Planeten überhaupt vorkommt. Tausende leuchtende Punkte, die so hell strahlten, dass sich ihr Licht in den Fäden widerspiegelte und brach. Es sieht so aus aus wie ein superklarer Sternenhimmel, an dem aber die Sterne mit einem Lichtnetz verbunden sind.Waimoto 03 Waimoto 04

P1010910In diesem Gebiet wurden auch die Filme der Middle-earth Trilogy (Herr der Ringe) gedreht.

Ein lohnendes Erlebnis. Jetzt muss ich mir aber Gedanken darüber machen, wie es weitergeht, wenn das Wetter so anhalte sollte. Das bringt Umstellungen in meinen Plänen …