Das Buch zum Blog!

Buchreklame 103

Das Buch zum Blog ist erschienen!

Ich habe den Blog, den ich während meine Reise geschrieben habe, praktisch 1:1 drucken lassen. In der Buchform sind sämtliche Fotos enthalten, die ich auch im Blog veröffentlicht habe. Ein paar Texte habe ich etwas ausgeweitet und ein neuer („Reisen? Reisen!“) ist dazu gekommen.

Im Juli 2015 erschien das Buch zum Weltreiseblog 2014! Es kann ab sofort in allen Buchhandlungen bestellt werden. Broschiert, Format 15.5 x 22 cm, 236 Seiten, über 740 Abbildungen. – Auch als e-Book!

Peter Angele, Einmal RUND HERUM – Weltreise in 103 Tagen
Eine ReiseBLOG mit 740 Fotos
ISBN: 978-3-738-61514-2

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Was bleibt? – Ein paar Bemerkungen, Lehren und Tipps

 ZU DIESER REISE & ZU DIESEM BLOG

Ich bin jetzt seit zwei Jahren weg von der Job-Mühle und hatte nie im Sinn, mich danach auf die faule Haut zu legen. Dazu finde ich dieses – einzige – Leben viel zu interessant. Die neue Situation bedeutete auch neue Freiheiten. Ich brauche keinen Chef mehr zu fragen, ob ich, statt nur drei, mal viel oder fünf Wochen Ferien nehmen darf. Und schon gar nicht brauche ich um einen (unbezahlten) Sonderurlaub zu betteln, wenn es mal eine längere Reise sein soll.

Denn etwas steht für mich fest: Wir haben nur dieses eine – zufällige und zeitlich ziemlich begrenzte – Leben. Wenn man sich dessen bewusst ist, sollte man es auch nutzen!

P. Anele, Aufbruch, Zeichnung, 1985

P. Angele, Aufbruch, 1985

Ich bin schon einiges herum gereist, aber noch nie in einem Zug rund um die Erde herum. Als ich mich – im Frühling 2013 – definitiv dazu entschloss, endlich mal eine wirkliche Welt(umrundungs)reise zu machen, beschloss ich gleichzeitig, einen Blog darüber einzurichten. Er sollte mehrere Zwecke erfüllen: Ich konnte die Menschen, die mir wichtig sind, auf dem Laufenden halten und darüber berichten, wo ich mich gerade aufhielt. Ich hoffte, dass auch ein paar nützliche Tipps und Anregungen anfallen würden. Vor allem aber wollte ich andere dazu bringen, selber über so ein Projekt nachzudenken. Und Menschen in meinem Alter wollte ich Mut machen, nochmals den Rucksack (meinetwegen einen Koffer) zu packen und loszuziehen, um etwas Abenteuer zu schnuppern, auch Risiken und Unannehmlichkeiten in Kauf zu nehmen, vor allem aber das Neue, Unbekannte, Ungewisse zu geniessen, die Spannung, die damit verbunden ist! Nicht einfach in die Ferien zu gehen, sondern auf eine Reise; zwischen beiden gibt es nämlich enorme Unterschiede!

So machte ich mich endlich im Februar 2014 selber auf die Socken, mit einem Rucksack, in den ich nie mehr als 15-16 kg packte, einer kleinen, effizienten Kameraausrüstung und einem alten Netbook, auf dem ich den Blog schreiben würde.

Zum Titelfoto des Blogs

Das Foto habe ich in Lombok/Indonesien aufgenommen. Wir (eine Gruppe aus drei Schweizern und ein paar einheimischen Trägern) befanden uns (April 2003) frühmorgens gerade bei Sonnenaufgang knapp unterhalb der Spitze des Vulkans Gunung Rinjani (mehr auf meiner Website: www.peter-angele.ch/rinjani). Er ist der zweithöchste Berg Indonesiens (3726 m). Es gibt keine ausgebaute, schön mäandrierende Wege dort hinauf, mit gelben Wegweisern und darauf angegebener mutmasslicher Wanderzeit, sondern nur praktisch in der Fallgeraden verlaufende Trampelpfade und – auf den restlichen 500 Höhenmetern – Schotterhalden aus Vulkangestein und Asche. Die Tour dauerte drei Tage. Hinten rechts im Bild erkennt man den Gunung Agung, ein anderer, mächtiger Vulkan auf Bali.

Warum gerade dieses Bild? Weil der Rinjani ein Vulkan ist! Diese Feuerberge erscheinen mir immer als eine Art Leuchttürme, die oft majestätisch und gut sichtbar in der Landschaft stehen. Sie sind auch Wegweiser, die man gut im Auge behalten kann. Und für uns Mitteleuropäer sind sie sowieso etwas wie ein Erkennungs- oder Markenzeichen (neben den Palmen!), Symbole für ferne, „exotische“ Ufer und Länder.

WEG MIT FAULEN AUSREDEN!

„Du wirst keine neuen Meere endecken, solange du nicht den Mut hast, die Küste aus den Augen zu verlieren.“

(Das habe ich mir irgendwann von „Unbekannt“ abgeschrieben – 100% Zustimmung!)

Acryl-Bld von mir, Unerwartete Küste, 2002

P. Angele, Unerwartete Küste, Acryl, 2002

Die Idee zu dieser Reise wurde aus einer spassig gemeinten Bemerkung geboren. Als ich Im Frühling 2013 selber wieder einmal in Lombok war, versprach ich meiner Lebenspartnerin Erika (Erikas Website: www.erikamuhr.ch) und ein paar andern Freunden, dass ich nächstes Jahr (also 2014) wiederkommen würde. Allerdings diesmal aus der entgegengesetzten Richtung, über Südamerika, Neuseeland, Australien. Aus dieser Bemerkung wurde bald ein handfester Plan. Sonnenklar stand der Gedanke plötzlich in meinem Kopf: Ja, warum sollte ich nicht Ernst damit machen? Ich sagte mir: „Da musst du Wort halten! Die werden staunen, auch wenn sie es jetzt nicht glauben!“

Zu Hause begann ich mit den Vorbereitungen: Informationen sammeln über die Länder, die ich besuchen wollte, Zeit- und Reiseplan aufstellen, Sprachen lernen (Spanisch) und auffrischen (Englisch), Ticket besorgen. Dass ich ein RWT, ein Round World Ticket nehmen würde, war mir schnell klar. Nur, bei  welcher Allianz? Von der geplanten Route her gesehen, kam für mich nur die Oneworld Alliance in Frage; die hat auf der südlichen Erdhalbkugel das beste Angebot. Weiter benötigte ich einen neuen Pass und andere Dokumente (u.a. auch einen Internationalen Fahrausweis); ich musste ein paar Ausrüstungsgegenstände kaufen (u.a. einen praktischen Kofferrucksack mit höchstens 50-55 Liter Inhalt) und – last, but not least – musste ich finanzielle Angelegenheiten regeln.

Alle Ausreden galten jetzt nicht mehr. Der berühmte point of no return war erreicht; ohne lausige Ausreden (die Asiaten würden sagen: ohne das Gesicht zu verlieren) hätte ich mich nicht mehr vom Projekt verabschieden können. Solche wären gewesen:

„Eines Tages werde ich …“ – Diesen abgelutschten Satzanfang hört man oft. Man denkt ihn auch oft, für sich selber. Wir antworten dann mit „jaja …“ und wissen gleichzeitig mit 90%-iger Sicherheit, dass „es“ nie passieren wird. Für mich war jetzt damit Schluss. Ich setzte diesem ominösen „einen Tag“ einen Schlusspunkt hintenan und handelte fortan zielgerichtet und fast ein Jahr lang auf meine Reise hin.

„Der Zeitpunkt stimmt nicht …“ – Im Klartext also: „Ich muss noch warten.“ – Das wäre so ziemlich die faulste Ausrede gewesen. Ich wollte es nicht wie bei den berüchtigten Neujahrsvorsätzen machen, die eh nicht eingehalten werden. Ist ein Wunsch erst einmal tief in einem drin, dann ist jeder Zeitpunkt der „richtige“!

„Ich habe kein Geld …“ – Das wäre bei mir noch mit Abstand das schlagkräftigste Argument gewesen. Aber ich plante ja nicht einen 4- oder 5-Sterne-Hotel-Aufenthalt oder Resort-Ferien. Ich wollte mit möglichst wenig Geld an möglichst viele gewünschte Orte gelangen. Das heisst beim Fliegen halt „Holzklasse“, und die mit nicht so vielen Sternen gesegneten Hotels, Hostals, Pensionen, Apartments waren samt und sonders völlig in Ordnung, ja teilweise super. Auch hatte ich überall (in Südamerika ausnahmslos gratis!) WLAN-Zugang zum Internet. Die Busse, Fähren und lokalen Flüge: Keine Probleme, der Komfort der südamerikanischen Busse ist sogar einsame Spitze! Und super-günstig! – Ich wollte reisen und mich mit dem begnügen, was ich unterwegs vorfand. – Hinzu kommt, dass das Leben in den meisten Ländern (bei mir waren das Südamerika und Indonesien) wesentlich billiger ist als in der Schweiz. Ausserdem wird man sehr erfinderisch im Geldsparen, wenn man wirklich etwas will.

„Allein losziehen? …“ – Ich bin früher fast immer allein gereist und habe es nie bereut. Ich wäre liebend gern mit Erika losgezogen, aber sie wollte lieber wieder längere Zeit zu ihren Freunden in Lombok, während ich anderswo unterwegs sein würde. Über den Blog war sie ja immer informiert, und wir hatten viel E-Mail-Kontakt. – Es gibt sie, die einsamen Momente, Stunden, sogar Tage (und ich kann das durchaus geniessen!). Aber wirklich allein ist man eigentlich nie. Es gibt überall Menschen, mit denen man ein paar Worte tauschen, sogar diskutieren kann, Einheimische und andere Reisende. Aber zugleich – das stimmt – muss man mit sich allein zurecht kommen, alles selber organisieren und entscheiden. Das ist immer wieder eine spannende Sache, die ich nie und nimmer missen möchte. Und wenn man es dann geschafft hat, ist es eine ganz schöne Selbstbestätigung, die man ruhig etwas auskosten darf …

„Keine Angst? …“ –  Vor was? Vor dem Unbekannten, Fremden? Vor Veränderungen, Gefahren, Krankheiten, Raub und Überfall? – Klar, eine Reise zu machen ist nicht dasselbe wie Ferien machen; das sind zwei sehr verschiedene Paar Schuhe. Reisen ist nicht nur meistens wunderschön, sondern vor allem interessant, spannend und voller Überraschungen. Aber es ist auch kein Zuckerschlecken. – Was mich betrifft, ich liebe Unbekanntes, Fremdes und Veränderungen. Und was die Gefahren betrifft: Mit etwas Vorsicht und guten Vorabinformationen beuge ich unliebsamen Begegnungen vor. Bei Verletzungen und Krankheit gibt es fast überall Krankenhäuser oder Sanitätsstationen (wobei es gut ist, wenn man sich in Erster Hilfe auskennt). – Ängste sind ein schlechter Ratgeber. Wer ihnen nicht ins Auge schauen will, bleibt am besten zu Hause. Dort ist es (scheinbar) am sichersten und bequemsten – aber auch über weite Strecken ziemlich langweilig … Summa summarum: Vorsicht: Ja! – Angst oder gar Paranoia: Nein!

P. Angele, Leben ist Überraschung, 2013

P. Angele, Das Leben ist immer eine Überraschung, Acryl, Neujahrskartenvorlage für 2013

UNVORHERGESEHENES, ÄRGERNISSE, KOMPLIKATIONEN …

… und  WAS ICH ANDERS MACHEN WÜRDE

Jetzt, nach meiner Rückkehr, kann ich sagen, dass mir fast alles gelungen ist, was ich mir vorgenommen hatte. Das heisst nicht, dass ich alles gesehen und erlebt hätte, was ich auf dem Papier und im Kopf geplant hatte. In der Praxis sieht es dann so aus, dass man nur einen Teil realisieren kann. Nur schon das ständige Organisieren der Weiterreise, des Transports, der Unterkunft, usw., raubt einem ganz schön viel Zeit und Energie.

Einen schweren Dämpfer erlebte ich, als mir die Spiegelreflexkamera ausfiel; und das bereits im ersten Drittel der Reise. Ich hatte eine gute Nase, als ich mir vorher noch eine zweite (Pocket-)Kamera anschaffte. Nach einiger Angewöhnung fand ich sie ganz toll, und es gelangen mir, trotz technischer Grenzen, doch recht passable Aufnahmen. Aber das Fotografieren stand jetzt nicht mehr so im Mittelpunkt. Alles nahm ich plötzlich etwas auf die leichtere Schulter – und vielleicht war das sogar ein bisschen ein Glücksfall? …

Es gab auch Ereignisse, die im Moment, wo sie passieren, störend und unangenehm sind, über die man dann später aber zum Glück lachen kann. Ich denke an die Schikanen, die ich stundenlang am Zoll bei der Einreise nach Neuseeland erlebte (ich habe im Blog berichtet). – Aber auch das Wetter spielte nicht immer so mit, wie ich es mir gewünscht hätte, besonders in Neuseeland nicht. Während den über drei Wochen Aufenthalt dort regnete es häufig, es war kühl, Erdrutsche verhinderten eine geplante Bahnfahrt. Es war der (Süd-)Herbst, der sich immer mehr bemerkbar machte. Damit verwarf ich auch meinen ursprünglichen Plan, nämlich ein Auto zu mieten (sehr günstig!) und damit gemütlich durch die Nord- und Südinsel zu fahren. So wurde es halt eine ausgesprochene Städtereise. Zum Glück bin ich ein grosser Städteliebhaber, und ich kam voll auf meine Rechnung. Flexibel muss man auf einer solchen Reise sein.

Noch zwei Beispiele von „Fehlplanung“: Die eine berifft die australische Millionenstadt Melbourne. Für mich war sie schlichtweg ein Highlight, und ich wäre so gerne noch einige Tage dort geblieben. Aber schon nach zwei Nächten ging mein Flug nach Perth. Wenn ich wieder nach Ausralien kommen sollte, kenne ich eines meiner Hauptziele mit Bestimmteit: Melbourne! – Die zweite „Fehlplanung“ betrifft Südamerika. Ich würde heute mindestens einen Monat mehr einplanen. Nicht, um mehr Länder zu bereisen, sondern um jene, in denen ich war, besser kennen zu lernen.

EIN PAAR LEHREN UND TIPPS

In lockerer Reihenfolge beschreibe ich im Folgenden ein paar Dinge, die man beachten sollte. Wer will, kann diesen ganzen Text als PDF-Dateien ausdrucken (siehe am Schluss dieses Artikels).

Es ist nie zu spät, um auf eine längere Reise zu gehen. Am wichtigsten ist die Motivation. Es muss wirkliche Neugierde vorhanden sein, der Wunsch und der Wille, in neue, unbekannte Welten einzutauchen. Ein bisschen geistige Fitness schadet nicht. Wenn noch eine passable körperliche Verfassung dazukommt, umso besser. – Überwinde also deine Ängste, Vorurteile, Vorbehalte, Abwägungen; entscheide dich! Lebe deine Fantasie, und freue dich darauf, wenn du nach deiner Rückkehr dein Zuhause mit andern Augen siehst!

Sich informieren über Länder, die man besuchen will, über Wetter, Geografie, ihre Geschichte, Bevölkerung, Kultur, Sitten, Mentalität. Über Einreisebestimmungen (Visum?), derzeitige politische Verhältnisse, Transportmöglichkeiten (Recherchieren von Flugverbindungen), usw.. Je besser informiert man ist, desto weniger wird man verpassen, und man ist flexibel, wenn ewas dazwischen kommt (z.B. die Weiterreise blockiert ist). Auch wird man weniger Betrügern und anderen Schlitzohren auf den Leim kriechen.

Reisezeit: Es ist nicht unbedingt angenehm, sich mehrere Wochen lang in einem Land aufzuhalten, in dem gerade der Monsun herrscht. Für einen passionierten Reisenden ist diese Frage aber relativ zweitrangig. Jede Jahreszeit hat ihre Reize (und das Gegenteil davon).

Respekt und Achtung! – Die Sitten und Bräuche der Menschen scheinen oft seltsam und manchmal wirklich befremdend – fremd eben. Wir müssen uns daher immer bewusst sein, dass wir von einem westlichen Standpunkt aus urteilen. Sich in irgend etwas einzumischen, was einem nicht passt (und z.B. unseren Moralvorstellungen zuwider läuft – Stichworte: Rolle der Frauen, Tiere, gewisse religiöse Riten), kann heikel werden. Wichtig ist aber, die Bräuche und Sitten zu respektieren. Dazu gehören Kleidung, Umgangston/-formen, Religion, mögliche Tabus (von denen wir meistens kaum eine Ahnung haben, warum es sie gibt). Beim Fotografieren sollte man nicht einfach drauflos knipsen. Die Regel ist, zuerst zu fragen, ob man darf. Ein Lächeln (vielleicht ein kleiner finanzieller Zustupf), und man darf, in fast allen Fällen. – Warum? Weil es den Menschen überhaupt nicht egal ist, ob und wie sie später z.B. im Internet dargestellt werden; das gilt auch dann, wenn sie nie einen PC in den Händen halten werden, um – per Google & Co. – ihre eigenen Spuren im Netz zu suchen. Unterschätze nie die Fähigeit der Menschen, dich zu durchschauen und deine Ehrlichkeit – oder Hinterhältigkeit – zu erkennen! Sie sind meistens viel cleverer als die naseweisen Touristen!

Sprache: Sprachkenntnisse sind das wesentliche Mittel, um sich in einem andern Land durchzuschlagen. Zumindest ein paar Wörter und Wendungen sollten es sein (zur Begrüssung, zum Danke sagen, um nach dem Weg zu fragen, ob ein Zimmer frei ist, usw.). Nur schon das sichtbare, ehrliche Bemühen um ein Wort, einen Satz, kann Türen und Tore öffnen!

Reiseroute konkret planen. – Das kann man spätestens dann, wenn man weiss, wohin man will. Auch wenn die Route später etwas abweicht, so hat man doch einen „roten Faden“, an dem man sich immer wieder orientieren kann (auch, was den Zeitplan – z.B. Abflüge! – betrifft).

Dokumente!  – Ist der Pass gültig, und wie lange noch? Gibt es Visa, die man hier auf der Botschaft beantragen muss? Einreisebestimmungen genau studieren! Impfausweis, nationaler (und internationaler!) Führerschein, Versicherungsausweise? Adressliste. Tickets. Kreditkarten noch gültig? Tauchbrevet? – Es lohnt sich, diese Liste peinlich genau durchzugehen und einzelne Dokumente auf den neuesten Stand zu bringen! Dokumente-Kopien auf USB-Stick.

Medikamente und Impfungen: Sich über die Impfvorschriften in den Ländern informieren (z.B. Gelbfieber). Malariaprävention ist eventuell angeraten, Mittel gegen Durchfall resp. Verstopfung sind immer nützlich. Ein kleines Erste-Hilfe-Set mitnehmen. Weitere Infos vom Arzt und Tropeninstitut (Internet). Wer regelmässig (obligatorische) Medikamente braucht: Auf Vorrat mitnehmen (mit schriftlicher Bestätigung durch Arzt)!

Geld: Man sollte nicht nur Kreditkarten, Debitkarten und ähnliches mitnehmen. Bargeld ist wichtig, vor allem auch Kleingeld. Am besten nimmt man 100 (oder auch mehr) US$ mit, auch in kleinen Scheinen. Schweizer Franken vergessen (vor allem in ländlichen Gebieten, aber auch in vielen Ländern schwierig zu wechseln)! Die Währung (ob es einem nun passt oder nicht) wird immer noch präsentiert durch die grünen Scheine, die einem in fast jeder Situation nützen können. – Wenn man in ein neues Land kommt, sollte man so schnell wie möglich schauen, dass man zu Kleingeld gelangt. Also z.B. in grösseren Läden etwas einkaufen und dort grosse Scheine wechseln. Es gibt Länder, in denen wegen Inflation und Währungsschwierigkeiten, Verschuldung etc., Scheine ab einer gewissen Grösse gar nicht mehr angenommen oder gewechselt werden (Argentinien z.B.). – Und wenn möglich alles einheimische Geld aufbrauchen; die meisten Währungen sind nicht mehr umtauschbar. Spätestens am Flughafen ist die letzte Gelegenheit dazu! …

Wertsachen: Lasst eure Klunker, all den Gold- und Silbertand um Himmels Willen zu Hause! Wunderbaren Schmuck kann man immer bei Einheimischen kaufen. Macht nicht arme Menschen zu Dieben, indem ihr sie mit teurem Schmuck und protzigen Uhren zusätzlich reizt. Denkt immer daran, dass allein die Tatsache, dass ihr in armen Ländern als Touristen auftauchen könnt, genügt, um als „reich“ taxiert zu werden – auch wenn ihr zu Hause einen Hilfsarbeiterjob habt oder mausarme Künstler/-innen seid.

Gepäck: Glücklich, wer sein Gepäck mit ins Flugzeug nehmen oder unter dem Bussitz verstauen kann! Das ist natürlich eine Idealvorstellung, die aber nichts an der Tatsache ändert, dass man wirklich nur das Allernötigste mitnehmen sollte. Weniger ist (fast) immer besser! Sollte einmal etwas fehlen, kann man es (fast immer) vor Ort kaufen. Und erst noch meistens viel günstiger als hier. – Ich selber hatte drei Gepäckstücke bei mir, in denen ich Folgendes einpackte: In den „grossen Rucksack“ (das Gepäckstück, das beim Fliegen aufgegeben wird; er fasst nur ca. 55 Liter und ist ein sogenannter Kofferrucksack, in dem man die Tragriemen per Reissverschluss in einer Tasche verstecken kann; sehr praktisch!) kam alles „Verzichtbare“, also Kleider, Schuhe, Zahnputzzeug, Sonnencreme, Erste-Hilfe-Set, Schlafsack, Reiseführer, Allzweckmesser (und anderes, das man nicht im Handgepäck mitnehmen darf), usw.. – In einem kleinen, zweiten Rucksack verstaute ich die grosse Kamera, den kleinen PC, Adapter und einige Kabel, Kopien von Dokumenten, einen aktuellen Reiseführer (jeweils für das nächste Ziel), also Dinge, die ich immer unter direkter Kontrolle haben wollte und mit denen ich auch bei einem Verlust aller andern Sachen weiter gekomme wäre. – In einer geräumigen Umhängetasche (und teilweise in einem direkt am Körper getragenen, flachen Beutel) hatte ich schliesslich alle Dokumente, Tickets und das Geld bei mir. Auch lebensnotwendige Medikamente würden hierher gehören (ich selber brauche glücklicherweise keine). – In jedem Gepäckstück befand sich eine Passkopie und meine persönliche Adresse (was mir ja dann in Denpasar bei der Gepäck-Verwechslung wirklich entscheidend geholfen hat!).

Meine drei Gepäckstücke

Meine drei Gepäckstücke

(Reise)literatur: Das ist ein Kapitel für sich! Hier kommt man schnell auf zwei, drei Kilo, wenn man die dicken Wälzer von Lonely Planet, Reise Knowhow, Marco Polo etc. mit sich nehmen will. Das gilt auch für Schmöker, die man unterwegs lesen will. Besser wäre es, auf diesen Ballast zu verzichten. Eine Möglichkeit ist, sie als PDF-Dateien herunterzuladen (kostet allerdings auch), oder man kopiert sich eine thematisch gegliederte Zusammenstellung aus verschiedenen Websites heraus (als Text-Dokumente auf USB-Stick). Dann kann man sich unterwegs alles auf einem E-Book, einem Tablet oder einem PC anschauen. – Was mich betrifft: Ich habe viel zu viel Papier herumgeschleppt und sage daher: So nie mehr!

Fotoausrüstung: Bin ich ein ambitionierter Fotograf, oder nicht? Auch wenn man hohe Ansprüche an sich und seine Fotos stellt, sollte man die Ausrüstung auf ein notwendiges Minimum reduzieren. Was will ich fotografieren, und wozu eigentlich? Je nachdem entscheidet man sich für eine Systemkamera (am besten eine Spiegelreflex) oder eine kleine, robuste Pocketkamera. Für mich war klar: Beides! Ich brauchte gute Fotos für den Blog. Ich nahm eine Spiegelreflexkamera mit nur einem Tele-Zoom (18-270 mm) mit. Die Pocketkamera war als Ersatzkamera gedacht (der Ernstfall trat dann ja ein!). Ausserdem hätte ich sie in „kritischen“ Situationen verwendet (z.B. in bestimmten, nicht allzu sicheren Quartieren und Gegenden, wo man nicht durch zu viel „Reichtum“ auffallen sollte). – Nicht vergessen: genügend Speicherkarten, ein Stativ (es gibt superkleine, stabile!), Filter, Fernauslöser, usw.. Je nach Zielsetzung. – Und das Ladegerät für den Akku auf keinen Fall vergessen!

PC, Tablet oder Smartphone/Handy? – Meine Meinung ist: Wenn ein Blog geführt werden soll, muss ein kleiner PC mit (z.B. ein – unterdessen etwas aus der Mode gekommenes, aber sehr praktisches – Netbook, oder ein Ultrabook). – Auf Tablets finde ich das Schreiben mühsam, besonders, wenn der Text anspruchsvoll sein und mit vielen Fotos illustriert werden soll. Hierzu benötige ich (ich rede von meinen Bedürfnissen) einen richtigen Arbeitsplatz, sprich PC mit Tastatur und einigen Anschlüssen (2 bis 3 USB, VGA, für Kopfhörer …). – Wer nur Fotos speichern und zeigen, E-Mails empfangen/senden und etwas im Internet surfen will, ist mit einem Tablet (aber auch mit einem Smartphone) bestens bedient. – USB-Sticks nicht vegessen!

Anderes „Elektrisches“: Ganz wichtig (auch wenn man es oft vor Ort kaufen kann) ist ein Adapter für die Steckdosen. Immerhin traf ich während meiner Reise auf vier völlig unterschiedliche Typen von Steckdosen, habe aber an meinen Geräten nur Stecker nach CHer Norm. Was auch nicht schadet, ist eine kurze Stromleiste (ca. vier 3-polige Anschlüsse) und ein 1 Meter langes Verbindungskabel (3-polig). Okey, das sind wieder ein paar hundert Gramm mehr, aber sie ersparen eine Menge Ärger! – Adapter resp. Ladegeräte für Kameras, Rasierapparat, PC, Tablet, Handy, etc. nicht vergessen!

Braucht man GPS? – Kann nützlich sein, in gewissen Situationen sogar lebensrettend. Aber sonst, auf einer „normalen“ Reise, finde ich das eine der langweiligsten Sachen der Welt. Ich schaue mir lieber die Umgebung an, als immer auf einem Display nachzuschauen, wo ich mich gerade befinde. Ausserdem „verirre“ ich mich lieber mal an einen unbekannten Ort, an dem ich mich dann mit wirklich herausfordernden Problemen herumschlagen muss; statt immer nur aufs Gerät zu schauen, um den schnellst möglichen Weg zurück in die „Zivilisation“ (= das, was sich der durchschnittliche Westler darunter eben so vorstellt) zu finden … Im Notfall könnte ich ja GPS auf der Kamera aktivieren (was ich aus bestimmten Datenschutzgründen sonst nie mache).

Blog: Ja oder Nein? – eine wichtige Entscheidung! – Wenn man sich für einen Reiseblog entscheidet, muss man sich bewusst sein, dass damit viel (Zeit-)Aufwand verbunden ist. Auch das Gepäckgewicht wird grösser (PC, Kameras, Kabelsalat, Adapter). – Den Blog darf man nicht als „Nebensache“ betrachten, sondern man sollte ihn (hoch motiviert) als integralen Bestandteil der Reise betreiben. Sonst besser verzichten und die Reise einfach geniessen!

Und wo immer ihr hinkommt und was ihr tut, bedenkt, was ein alter Grieche schon vor zweieinhalbtausend Jahren wusste:

P. Angele, Sokrates' Weisheit, Zeichnung, 2014

P. Angele, Sokrates‘ Weisheit, Zeichnung, Neujahrskartenvorlage für 2014

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Diesen Beitrag (Text) könnt ihr als PDF-Datei ausdrucken:

Meine Weltreise – Ein paar Bemerkungen, Lehren und Tipps PDF)

Danke! – Und bis später!

Danke!

Morgen, Samstag, 7. Juni 2014, fliege ich in die Schweiz zurück. Mit gemischten Gefühlen, das dürft ihr mir glauben!…

Vorläufig vielen Dank all jenen, die mich in den letzten mehr als drei Monaten auf meiner Reise – wenn auch nur virtuell – begleitet haben. Jedes Feedback, alle Kommentare, all die vielen E-Mails haben mich gefreut. Entschuldigt, wenn ich nicht alle Kommentare veröffentlicht habe, aber einige waren doch etwas – sagen wir mal – zu persönlich …

5 Flughäfen in weniger als 24 Stunden …

Morgen Samstag fliege ich 17:40 h Ortszeit von Lombok (Bandara Internasional Lombok) nach Denpasar (neuer Flughafen, kürzlich eröffnet). Von dort geht’s um 22:35 mit Qatar Airways zuerst nach Singapour, dann weiter nach Doha (neuer Flughafen dort im April dieses Jahres eröffnet). 08:20 Ortszeit (Doha) geht’s weiter nach Zürich, wo ich voraussichtlich 13:35 h ankomme.

Ich kann euch ehrlich sagen, mir gehen diese Flughäfen langsam etwas auf den Wecker. In etwa sehen alle Grossflughäfen ähnlich aus. Sie sind langweilig und lästig (Eincheckprozedere, Zollschikanen …). Am langweiligsten sind die Duty-free-Shops. Weltweit wird von etwa denselben Firmen derselbe Krempel angeboten. Auch die Gerüche sind immer dieselben (gilt auch für die Toiletten! …); als hätte sich eine einzige Putz- und Duftmittelfirma das weltweite Monopol unter den Nagel gerissen. – Wie gesagt, ich bin froh, ein paar Monate davon verschont zu bleiben.

Das ist noch nicht das Ende!

Ich werde in einem folgenden Beitrag noch auf die Lehren zurückkommen, die ich aus meiner Reise gezogen habe. Wartet’s ab!

Bis dann:  Hasta luego, see you later, sampai nanti, bis später !!!

Kuta – Nur noch ein paar Bilder …

Heute, 6. Juni 2014, ist mein letzter ganzer Tag in Indonesien. Ich habe noch ein paar Fotos zusammengestellt, von denen ich glaube, dass sie nicht allzu schlecht sind und nochmals ein paar Eindrücke von Kuta vermitteln. Ohne Kommentar, einfach so.

Pantai – Der Strand

Zu jeder Tageszeit, bei jedem Wetter, immer anders. – Die Bucht von Kuta ist zwar gross, die Wassertiefe ist aber sehr niedrig. Die Boote müssen eine ziemlich enge Stelle im vorgelagerten Riff passieren, um auf das offene Meer hinaus zu gelangen.P1040606P1040367 P1040372 P1040615P1040376 P1040382 P1040387x P1040389P1040629 P1040633Ein Hochseehafen wird hier bestimmt nicht entstehen. Es gab allerdings früher, zu Zeiten der Herrschaft des Suharto-Clans (dem riesige Gebiete in Süd-Lombok gehörten), Pläne für Häfen in der Nähe von Kuta, wo Hochseeyachten und Ähnliches hätten anlegen können. Kann schon sein, dass solche Pläne noch/neu bestehen.

Neubauten / Szenen

An vielen Bauwerken wird unter Umständen Jahre lang herumgewerkelt. Manchmal fehlt das Geld für die Löhne; dann wird einfach nicht gearbeitet. Oder vielleicht hat es sich ein Investor neu überlegt, usw. …

P1040398 P1050486 P1050561*

P1040637 P1050024 P1050025Im Grossen und Ganzen sieht Kuta aus der Vogelperspektive aber immer noch etwa gleich aus, wie vor zehn Jahren. Palmenwälder verbergen halt manches …

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Ein paar Orte und Strände im Süden – Veränderungen?

Mich interessiert nicht nur, was sich in Kuta verändert, sondern auch die Entwicklung in den umliegenden Dörfern und Stränden. Unübersehbar sind die Schilder, auf denen Land zum Verkauf angeboten wird; vielerorts entstanden und enstehenden Neubauten (v.a. Hotels und Pensionen). Neue Strassen wurden – zum Teil in Rekordzeit! – gebaut oder wenigstens geteert (noch lange nicht alle wichtigen!). Der Landschaft gesamthaft sieht man die Veränderungen aber kaum an. Ein paar Beispiele:

Awang – Wo bleiben die Fähren?

Awang ist ein verschlafenes Nest, etwa 20 km östlich von Kuta und an der nach ihm benannten Bucht gelegen. Vor ein paar Jahren wurde hier eine riesige, mehrere Fussballfelder grosse Landaufschüttung ins Meer hinaus gebaut. Hier können ohne weiteres hochseetaugliche Schiffe anlegen. Aber seitdem scheint alles zu stagnieren. Es sieht noch genau so aus wie vor einem Jahr.

Unterwegs nach Awang:

P1050027P1050040 Am 26. Mai war ich mit Hans dort. Wir fragten Einheimische, was nun weiter hier geschehen würde. Sie sagten, dass Fährverbindungen nach Sumbawa geplant seien. Ein Verbindung mit kleinen Booten nach Ekas, einem am gegenüberliegenden Ufer der Bucht befindlichen Ort (bei Surfern am ehesten bekannt), besteht seit langem.

P1050056 P1050064Ein Foto von 2013:

Awang 2013 paOb es eventuell auch eine Verbindung nach Flores geben würde? Oder gar nach Sumba? Keine bestimmte Antwort. – Gerade eine direkte Verbindung zwischen Lombok und Sumba wäre meiner Meinung nach längst fällig. Denn wer heute dorthin reisen will, muss zuerst in die im Osten Sumbawas gelegene Stadt Bima reisen, von dort per Bus nach dem noch weiter östlich gelegenen Hafen in Sape. Von dort aus geht dann eine Fähre nach der südlich gelegenen Insel Sumba (10-11 Stunden dauert eine Fahrt, bei gutem Wetter). Zwei Tage braucht man, um von einer Insel zur andern zu reisen; eine Reise zwischen zwei Inseln, die nicht einmal 400 km auseinander liegen! …

Bumbang

Eine Abzweigung von der – gut ausgebauten – Strasse zwischen Kuta und Awang führt zum Strand von Bumbang, auch bekannt als „Lobster Bay“. Der Name wird einem klar, wenn man die über hundert schwimmenden Plattformen sieht, die in der Bucht festgemacht sind und dem Lobster-Fang dienen. Es sind einfache, aus Bambus zusammen gezimmerte Rahmen, die mit Fässern oder Plastkcontainern an der Wasseroberfläche gehalten werden.

P1050152 Ein hübsches Hotel mit Restaurant befindet sich hier. Viele Gäste haben wir allerdings weder beim letztjährigen noch beim heutigen Besuch (26. Mai 2014) gesehen.

P1050072 Die Landschaft ist sehr reizvoll, das Wasser ruhig. An einigen Abschnitten der Bucht gibt es Mangrovenwälder.

P1050070 P1050166In der gleichen Bucht, im westlichen Teil, liegt …

… Gerupuk

Dieser Ort ist bei Surfern bestens bekannt. Alles scheint hier auf dieses Völkchen (es ist in Kuta und Umgebung sehr zahlreich vertreten!) ausgerichtet zu sein. Am Dorfbild selber hat sich wenig verändert.

P1050095 P1050097 P1050111Entstanden sind ein paar neue Hotels und ein Surfer-Zentrum. Wirklich neu ist, dass ausserhalb von Gerupuk neue Hotels und Resorts entstehen und geplant sind. Zum Teil an fantastischer Lage.

P1050102 P1050115 P1050123Keinesfalls verpassen dürfen Surfer auch den …

… Pantai Seger

Dieser sagenumwobene Strand, nur 2 km östlich von Kuta gelegen, ist nicht nur für seine Wellen bekannt, sondern vor allem auch wegen des jedes Jahr im Februar stattfindenden Bau Nyale Rituals. Tausende Sasak (so nennen sich die Einheimischen von Lombok) versammeln sich, um die dann auftauchenden Meereswürmer zu fangen und zu verspeisen. Das Ganze geschieht im Rahmen eines riesigen Festes, während dem sich vor allem auch die jungen Leute einmal etwas ausserhalb der strengen, gesellschaftlichen Normen benehmen können – und das natürlich mit Freude ausnutzen. Aber auch Vertreter der Regierung und Dorfvorsitzende aus der ganzen Insel nehmen daran teil. Es ist ein ausserordentlich wichtiges Fest in der Sasak-Tradition.

P1050635 P1050638Eine von weitem tempelartig aussehende Halle aus bröckligem Beton markiert seit kurzem das Zentrum dieses Festplatzes.

P1050611P1050629Dem Fest liegt die Sage um eine Prinzessin zugrunde. Mandalika hiess das schöne Kind, das von zahlreichen Prinzen umworben wurde. Um dem Liebschaos zu entrinnen, warf sich Mandalika ins Meer. Die Menschen versuchten sie zu retten, fanden an Stelle ihres Körpers aber lediglich Würmer, die heute als Nyale bekannt sind. Diese wurden als Reinkarnation der Prinzessin angesehen, und die Leute glaubten, dass in Form der Nyale die Prinzessin selber sie jedes Jahr besuchen würde.

P1050620 P1050623Das Denkmal mit der vor drei Prinzen fliehenden Mandalika ist ebenfalls neu.

Gleich östlch an den Pantai Segar (Pantai = Strand) fügt sich dieser wunderbare Strand an:

P1050647 P1050649*

Fährt man von Kuta aus westwärts, trifft man nach etwa 10 bzw. 20 km auf die bekannten Strände von Mawun und Selongbelanak/Mawi. Einige km nach Mawun trifft man auf den Strand in der Teluk Tampa (Teluk = Bucht).P1050219 P1050220Von Tourismus ist hier praktisch noch überhaupt nichts zu spüren, und die Einheimischen sind vielleicht – wohlweislich? – auch gar nicht daran interessiert, dass hier Horden fremder Menschen einfallen. Wasser und Strand sind ausserordentlich sauber.

Gold – Wo sind die Digger geblieben?

Illegale Goldgrube geschlossen

Etwa in der Mitte der Strecke von Kuta und der Bucht von Mawun wurde seit ein paar Jahren auf einem grossen, hügeligen Gelände nach Gold gesucht. Es war illegales gold-digging, betrieben von Hunderten Einheimischen, aber auch vielen Auswärtigen und ihren Familien. Unzählige Stollen wurden in den Boden gettrieben, wo in zehn und mehr Metern tiefe in Seitengräben goldhaltige Erde ausgebuddelt wurde. Die Arbeit ist lebensgefährlich, weil die wenigsten Stollen fachgerecht gesichert sind. Unzählige Digger verloren ihr Leben; wieviele, wann und wie sie umkamen, darüber wird ehern geschwiegen.

Auch die Umwelt wurde durch Quecksilber und andere, hochgiftige Substanzen schwer verunreinigt (Grundwasser, Rückstände im Boden). Betroffen dürfte vor allem auch das hier abgebildete, wunderschöne Tal mit seinem Traumstrand sein (es wird eben jetzt für den Tourismus mit einer Strasse erschlossen!). Denn an seinem oberen Rand befinden sich die Goldfelder.P1050473 P1050203In Säcke abgefüllt, wurde die goldhaltige Erde in die wie Pilze aus dem Boden geschossenen, familieneigenen Verarbeitungs-„Betriebe“ transportiert. Dort wurden die Steine maschinell und von Hand zerkleinert, ausgewaschen, und mit Quecksilber und andern, gefährlichen chemischen Mitteln wurde das Gold gebunden und dann später an Goldhändler verkauft. Für die Wenigsten dürfte die Suche so erfolgreich gewesen sein, dass sie nur schon die teuren Steinmühlen und Chemikalien bezahen können. Viele haben sich verschuldet.P1050426 P1050429 P1050430 P1050433 P1050435Ich habe das Goldfeld bei Kuta (das nur eines von vielen in ganz Lombok ist/war!) 2012 besucht, fotografiert, und in meiner Website könnt ihr darüber nachlesen:

www.peter-angele.ch/gold.

Vor einigen Monaten wurde das gesamte, riesige Feld polizeilich geräumt, geschlossen, und die Stollen wurden mit Erdreich aufgefüllt. Die bereits geförderte und in Säcke abgefüllte Erde darf noch verarbeitet werden. Dann ist Schluss. (Bemerkung: Die Hütten auf den Fotos gehören Einheimischen, die schon vor dem Goldrush auf diesem Gelände wohnten.)P1050197 P1050198 P1050206 P1050207Oder ist doch nicht Schluss? Als ich mit Hans und einem Einheimischen am letzten Dienstag (3. Juni 2014) eine Wanderung entlang einer Hügelgruppe machte, erhielten wir einen Ausblick auf die stillgelegten Felder auf der Gegenseite des Tals unter uns.P1050465 Von dem Grabungsfeld rechts (und in der Vergrösserung) hatte allerdings bisher keiner meiner Begleiter nur die Spur einer Ahnung …P1050466 P1050469 P1050470 P1050471xAusserdem wurden in Kuta – ausländische – Männer beobachtet, die dem Benehmen und der Ausrüstung nach Gold Prospectors sein könnten – für einen Berbbau-Konzern? … Oder „nur“ private Hobby-Goldsucher?

Kuta / Lombok: Freie Sicht aufs Meer

Früher und heute – oder: Als die Bulldozer kamen

Seit über zehn Jahren habe ich vom Dorf Kuta in Süd-Lombok und seiner Umgebung regelmässig Fotos gemacht. Heute lassen sich mit ihnen interessante Vergleiche anstellen, wie es „damals“ und heute an bestimmten Orten (Strassen, Plätze, Strände) aussah resp. aussieht.

Ich versuche diesen Wandel ein bisschen zu veranschaulichen, indem ich euch paarweise ein paar Bilder zeige, die im Abstand von eineinhalb bzw. einem Jahr gemacht wurden. Es sind Fotos entlang des langen Strandes, der sich vor Kuta am Indischen Ozean hinzieht.

Seit ich das erste Mal hier war (2002), standen an der Strasse, die sich entlang dem Strand hinzieht, beidseitig Dutzende, später hundert und mehr selbst gebaute Hütten und Stände, mit verschiedenen Auslagen (Kleider, Tücher, Sarongs, Souvenirs, Kunsthandwerk), kleinen Reiseveranstaltern und -agenturen und Restaurants. Sie waren alle illegal errichtet worden, wobei der Staat (dem der Strand gehört) lange Zeit beide Augen zudrückte und dieses bunte Treiben tolerierte (folgende 4 Aufnahmen aus 2012, 2013).DSC_0023 DSC_0025 DSC_0029 DSC_0047

Damit war letztes Jahr Schluss. Nach kurzer Vorankündigung (dass etwas passieren würde, war lange bekannt) fuhren unter Polizeischutz Bulldozer und Lastwagen auf, sämtliche Hütten und Stände wurden abgebrochen und das Gelände eingeebnet. So hat man heute freien Blick auf den Strand und das Meer. Es soll hier ein Park angelegt werden.

Diese Hütten zum Beispiel gibt es heute alle nicht mehr (Aufnahmen von 2008):DSC_0309 DSC_0316 DSC_0319 DSC_0322Gründe dazu gibt es einige. So sind auf der landseitig liegenden Strassenseite viele neue Hotels und Pensionen entstanden, die den Blick auf das Meer nicht verbaut haben wollen. Aber auch – für Menschen und Umwelt weitaus wichtiger – unhaltbar gewordene hygienische Gründe führten dazu. Die „kleinen Geschäfte“ wurden einfach hinter den Hütten erledigt, Exkremente flossen direkt in den Sand ab, bzw. wurden einfach mit etwas Sand überhäuft, und Abfälle (Plastik, Bepackungen, Glas- und PET-Flaschen, usw.) wurden in grossen, im Sand ausgehobenen Gruben „entsorgt“ oder einfach verbrannt, nach dem Motto: „Aus dem Auge, aus dem Sinn“.

Die folgenden Bilderpaare veranschaulichen den Wandel (Aufnahmen aus 2012/13 versus 2014): Mit Blick in Richtung Osten:

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DSC_0054 P1050594Blick nach Westen:DSC_0052 P1040557Hier hat einer sein – originell gabautes und gut besuchtes – Restaurant vollständig abgebaut, um es auf der gegenüber liegenden Strassenseite wieder zu errichten. Diesmal wohl auf gekauftem oder gepachtetem Grund: …DSC_0038 P1040325 P1040327Vom Strand her gesehen, sieht man keine Hütten mehr (ausser solche auf der anderen Strassenseite):DSC_0053 P1050604Oder vom „Schlangenfelsen“ (so genannt, weil es dort Schlangen gibt) aus:DSC_0061 P1050607Übrig geblieben ist eine riesige Fläche sandiges Land und Strand. Ob es einmal einen „Park“ hier gibt, oder ein Vergnügungsareal? Und ob der Strand auch gründlich gereinigt wird? Kuta und die Menschen hier – ob Einheimische oder Toristen – hätten es verdient. Zu schön ist es hier, um jetzt auf halbem Weg stehen zu bleiben!P1050614 P1040350 P1040354 P1040360x P1040362

Kurzer Trip nach Bali

Den Entschluss, nach Bali zu gehen, um dem Gunung Batur (Gunung=Berg) einen Besuch abzustatten, fasste ich schon in den ersten Tagen meines Aufenthalts in Indonesien. Ich wollte wieder Erikas Bruder Hans und Lahir mitnehmen (wie vor zwei Jahren nach Flores). Lahir war sofort begeistert, aber bei Hans waren meine Bemühungen vergeblich; er weigert sich einfach, auf ein Schiff zu kommen. Aber mit einem solchen wollte ich hinüber, mit einer der 24 Stunden Tag und Nacht zwischen Lombok und Bali hin- und her pendelnden Fähren. Wir wählten zwei Tage aus, an denen Lahir hintereinander frei hatte, Mittwoch und Donnerstag, 21. und 22. Mai.

Mit der Fähre

Gleich nach Lahirs Arbeitsende um 15 Uhr fuhren wir los. Andy, ein einheimischer Bekannter, fuhr uns die rund 50 km bis zum Fährhafen in Labuan Lembar.P1040641

Die Fahrt über die Lombok strait (Selat lombok) von Labuan Lembar nach Padangbai (Bali) dauert 4-5 Stunden und kostet pro Person 36’000 Indonesische Rupiah (IR), etwa 2.8 Schweizer Franken (Mai 2014).P1040665

Am späten Nachmittag legte der Kahn ab, vollgestopft mit schweren Trucks, Bussen, einigen PKW’s und vielen Motorrädern. Auf den Passagierdecks gab es viel Platz. Wir richteten uns auf dem freien Oberdeck ein, gegen den Hunger und Durst holten wir uns etwas am Schiffskiosk, Quicksoup mit Nudeln (überraschend gut!) und Mineralwasser.P1040676 P1040693 P1040695

Die Nacht brach herein, es war warm, und uns präsentierte sich der fantastische südliche Sternenhimmel, mit der (gegenüber der nördliche Hemisphäre) viel heller erscheinenden Milchstrasse. Hoch oben das berühmte Sternbild „Kreuz des Südens“, das früher für die Seefahrer eine wichtige Orientierungshilfe für die Navigation war.P1040696 P1040704 P1040709 P1040719

Noch vor 22 Uhr legte die Fähre in Padangbai an. Keine zehn Minuten an Land, hatten wir bereits ein Hotel gefunden. Es lag gleich neben dem Hafen und kostete 200’000 IR pro Zimmer. Der junge Mann, der uns das Hotel vermittelte, besorgte uns auch gleich einen Fahrer für den nächsten Tag. 600’000 IR (CHF 46) würde uns die Angelegenheit kosten (ganzer Tag, Benzin inbegriffen).P1040723

Ein Spaziergang durch den Ort zeigte uns schnell, dass es hier kein grosses Nachtleben gab. Bis auf einen kleinen Kiosk und einige noch geöffnete Läden war alles dunkel und verschlafen. Unmittelbar vor unseren Zimmern fuhren ununterbrochen und die ganze Nacht über Trucks zu den Fähren. Immer wieder aufheulende Schiffsirenen und Lautsprecherdurchsagen sorgten für einen angenehmen, tiefen Schlaf … Mir selber machte diese Betriebsamkeit nicht viel aus; ich geniesse solche Situationen sogar (falls sie nicht ein Dauerzustand sind). Aber, nun ja, Lahir war da etwas anderer Ansicht …

Gunung Batur

Wir hatten beschlossen, bereits um 6 Uhr aufzubrechen. Der schnellste Weg führte über die kleinen Städte Semarapura und Bangli. Um halb acht waren wir bereits auf der äusseren Caldera des Vulkans Gunung Batur angelangt. Zwei Stunden früher, als geplant. Auch nicht schlecht, wir würden früh zurück in Lombok sein.P1040733 P1040739Unter uns lag die im Licht der Morgensonne gleissend spiegelnde Wasserfläche des Kratersees Danau  Batur, links davon erhob sich der Kegel des eigentlichen Vulkans. Eine kurvenreiche Strasse führt zur Ebene innerhalb der äusseren Caldera und zum See hinunter.

Der Gunung Batur  ist ein Schichtvulkan, 1717 m hoch (alle Angaben aus Wikipedia) und befindet sich im Zentrum zweier riesiger Calderen. (eine Caldera ist eine kesselförmige, geologische Struktur vulkanischen Ursprungs). Die äussere Caldera entstand vor 29’300 Jahren und misst 10 x 13.5 km, die innere entstand vor 20’150 Jahren und misst 6.4 x 9.4 km. Innerhalb der Caldera wohnen etwa 16’000 Menschen. Ausbrüche sind relativ häufig (Lava und/oder Asche), die letzten waren 1963 und 1999/2000. Der Kratersee liegt im Südosten der äusseren Caldera. 20 km weiter südöstlich erhebt sich der Vulkan Gunung Agung. Die unten angezeigte Grafik der NASA (amerkanische Weltraumbehörde) zeigt schön, wie die beiden Vulkane auf Ost-Bali zueinander liegen (links Agung, recht Batur; hinten oben, links liegt Denpasar):Bali_Mts_Agung_and_Batur                  P1040750 P1040753 P1040756 P1040761 P1040770 Trunyan – ein abgelegenes, traditionelles Dorf

Das erste Dorf am See, das wir erreichten, heisst Kedisan. Kaum hatte ich das Auto verlassen, um ein paar Aufnahmen zu machen, wollte uns einer schon eine Bootsfahrt nach Trunyan und dessen berühmten Friedhof verkaufen. Die Fahrt würde etwa 7 km betragen, und dafür wollte der Kerl satte 800’000 IR einsacken! Als ich entschieden ablehnte, ging er auf 600’000 hinunter. Auch das war mir viel zu viel. Er sagte, die Strasse nach Trunyan sein unpassierbar. Wir fuhren trotzdem hin. Was er nämlich nicht wusste, war, dass unser Fahrer seine Familie dort hatte und die Verhältnisse genau kannte … Es stimmt, die Strasse war die letzten zwei Kilometer in einem schlimmen Zustand. Einmal mussten wir durch einen mit 50 cm Wasser überschwemmten Strassenabschnitt hindurch.P1040780 P1040784 P1040851

Trunyan liegt am Ostufer des Kratersees, auf einem schmalen Uferstreifen, hinter dem sich die Caldera steil erhebt. Es besteht aus meisten schmucklosen, engen Gassen. Viele Häuser sind von Mauern aus dunklem Lavagestein umgeben.P1040785 P1040787 P1040793 P1040800

Das Spielen um Geld scheint hier schon früh geübt zu werden …P1040802Die Bewohner stammen von den Bali Aga ab, den ursprünglichen Bewohnern Balis. Viele Traditionen aus vor-hinduistischer Zeit scheinen hier erhalten zu sein. Besonders sichtbar wird das bei der Totenbestattung. Während die Hinduisten ihre Toten normalerweise verbrennen, werden sie hier in weisse Tücher eingewickelt und – hinter Bambusgittern vor Tierfrass geschützt – der natürlichen Verwesung überlassen. Verwesungsgerüche soll es keine geben, weil der so genannte Menya Baum (Menya = „süsser Duft“) diese durch seine eigenen Düfte neutralisiert. Wir selber waren nicht auf dem Friedhof, weil man dorthin wirklich nur mit dem Boot kommt. Auch das hätte schön viel Geld gekostet. Aber der Hauptgrund, dass wir nicht hin gingen, war, mindestens bei meinem Begleiter, die pure Unlust, sich verwesende Tote anzusehen. Und dafür hatte ich Verständnis.

Ein Teil des Dorfes stand unter Hochwasser. Noch ein paar Impressionen …P1040809 P1040810 P1040819 P1040822 P1040824 P1040831 P1040832Von der Familie unseres Fahrers wurden wir zu Bali-Kaffee (süss und mit ausgezeichnetem Aroma!) und traditionellem Reisgebäck eingeladen.P1040827 P1040817

Fazit: Eine interessante Erfahrung!

Hindutempel am Hang des Gunung Agung

Für den Rückweg wählten wir eine andere Strasse. Sie führte zuerst einige Kilomer dem oberen Rand der äusseren Caldera entlang, mit streckenweise schönen Ausblicken auf den See und den Vulkan.P1040869

Plötzlich versperrten uns zwei jüngere Frauen den Weg. Eine begann die Türen der Reihe nach zu öffnen, klebte uns nasse Reiskörner auf die Stirn, verstreute Blüten und band uns schliesslich ungefragt farbige Bänder um unsere Köpfe, mir ein weisses mit goldenen Verzierungen, Lahir ein oranges. Und was wohl weiter? Erraten, sie wollten Geld. 20’000 IR pro Nase wollten sie für ihre kultisch-religiöse Handlung. Ich drückte ein Auge zu und zahlte. Dann lachten wir – etwas sauer. Die „fromme“ Handlung war nicht so gut angekommen … Aber das sollte nicht unser letztes Erlebnis mit geldhungrigen Leuten sein …

Die Strasse führte südwärts an der Westseite des Gunung Agung vorbei. Er ist ein aktiver – unberechenbarer – Schichtvulkan, 3142 m hoch (Wikipedia), und der letzte Ausbruch 1963/(64) forderte über 1100 Tote.P1040874

Schon lange bevor sich der Hinduismus auf Bali durchsetzte, galt dieser Vulkan als heiliger Berg, mit Kultstätten an seinen Hängen. An der Südwestflanke, auf 950 m, steht der Tempel Pura Besakih, das höchste hinduistische Heiligtum Balis.P1040893

Der Besuch des Tempels ist – wie könnte es anders sein – nicht gratis. Ein in Weiss gekleideter, junger Mann versuchte mich mit aller Redekunst zum Besuch des Tempelinnern zu überreden. Er tat das so penetrant, dass ich ihm eine Abfuhr erteilte, indem ich sagte, mich interessiere das alles gar nicht (was natürlich nicht stimmte). Erst jetzt wandte er sich, sichtlich wütend, von mir ab. Lahir und ich konnten wirklich kaum zehn Schritte tun, bis wieder jemand um uns herum tänzelte und uns irgend etwas (Karten, Tücher, „heilige“ Gegenstände) andrehen wollte, mit einer Aufdringlichkeit, wie ich sie noch selten erlebt habe.P1040892 P1040894

Als wir in Padangbai zurück waren, war es erst früher Nachmittag. Nicht schlecht, kamen wir so doch zu einer Überfahrt bei Tageslicht.P1040918 P1040919 P1040924

Die Fähre war diesmal kleiner, was ein heftigeres Schaukeln auf den – sanften, weiten – Wellen bedeutete. Und dabei in die Weiten des Meeres hinausschauen – eine manchmal fast hypnotische Erfahrung.P1040929 P1040956 P1040965

Ein junges deutsches Paar – sie kamen aus Bangladesch – verpasste das Schnellboot nach den  Gili Islands. Sie hatten das – viel teurere – Ticket dorthin gebucht. Aber dorthin fuhr an diesem Tag kein Schiff mehr. Sie mussten in Labuan Lembar ein Taxi nehmen, in Materam/Ampenan oder Senggigi übernachten und am nächsten Tag weiterreisen. Ein dritter junger Deutscher – vor kurzem das Abitur gemacht und jetzt auf Asienreise – wollte nach Kuta/Lombok. Wir nahmen ihn in unserem Auto mit (Andy holte uns wiederum ab). Er beteiligte sich an den Kosten. Es herrschte allseitige, beste Zufriedenheit …P1040974 P1040985

Fazit: Eine äusserst erlebnis- und lehrreiche, kurze Reise, mit der Erkenntnis: Bali tickt anders! Zumindest ganz anders, als Lombok …

 

Lombok – Der Osten und Norden

Ich war in den letzten 12 Jahren schon oft in Lombok und kenne es etwa so gut wie die Kantone Thurgau, St.Gallen (wo ich wohne) oder das gesamte Bodenseegebiet (wo ich viel unterwegs bin). Ein Gebiet war mir bisher allerdings noch ziemlich fremd, der Osten der Insel nördlich des Hafenortes Labuhan Lombok, und ein grosser Teil des Gebietes nördlich des Vulkanmassivs des Gunung Rinjani. Das holte ich am 15. Mai, zusammen mit Hans, Lahir und Sahip (der das Auto fuhr) nach.

Fischmarkt in Tanjung Luar

Tanjung Luar wird vom Fischfang und der Fischindustrie beherrscht. Fische werden nicht nur gefangen, sondern teilweise auch – noch auf dem Hafengelände – verarbeitet; zum Beispiel geräuchert. Die Bewohner sind zu einem grossen Teil Bugis. Die Bugis sind ein Volk, das in Süd-Sulawesi beheimatet ist. Schon vor Jahrhunderten betätigten sie sich als Seefahrer und Händler. Und als berüchtigte Piraten. Sie befuhren die gesamte indonesische Inselwelt. Einige liessen sich sogar in Nordaustralien nieder. Ihre Häuser bauen sie auf Stelzen.

Als wir ankommen, sind die Hallen, in denen die Fische gelagert und verkauft werden, bereits leer. Nur in derjenigen mit den Haien (und Mantas, von denen diesmal keiner dabei war) herrschte noch Betrieb.P1040462x P1040467xIn einer Halle zur Verarbeitung von Fischen arbeiten fast nur Frauen. Die Atmosphäre hier ist unglaublich. Ich bewundere diese Arbeiterinnen, die hier tagein, tagaus bei hohen Temperaturen und inmitten von stechenden Rauch- und Fischgeruchsschwaden arbeiten. Aber sie lachen und zeigen uns nicht ohne Stolz, was sie tun.P1040473 P1040475

Diese Frauen und Mädchen zerstampfen hier Reiskörner und andere Dinge, die, so wie ich es verstanden habe, später in einem Ritual den Fischen zurückgegeben werden. Es sind nur diese Frauen aus bestimmten Familien, die das dürfen – seit vielen Generationen.P1040489 P1040496x

Die jungen Leute wirken aufgeschlossen und modern, schon ganz anders, als ich es hier noch vor ein paar Jahren erlebte. Es sind nicht mehr sehr viele Mädchen, die den Jilbab, das islamische  Kopftuch, tragen.P1040455 P1040458 P1040477

Labuhan Lombok – Und weiter nordwärts

In Labuhan Lombok liegt der Hafen, von dem aus im Stundentakt die Fähren nach der Nachbarinsel Sumbawa ablegen. Es sind Fähren, welche die Inseln Java, Bali, Lombok und Sumbawa auf einer Linie miteinander verbinden. – Hier lud uns Hans auch zu einem ausgezeichneten Fischessen ein …P1040504x

Einige Kilometer nördlich treffen wir auf einen kleinen Wald von Bäumen, die es fast nicht mehr gibt (alle abgeholzt). Wegen der typischen Form ihrer Stämme werden sie auch „Bretterbäume“ genannt, oder einfach „giant trees“, weil sie wirklich riesig werden können.P1040518

An der Nordküste gibt es viele wunderbare, kleinere und grössere Sandstrände. Sie sind meistens grau bis dunkelgrau und werden von Palmwäldern gesäumt. Die Palmen spenden zwar Schatten, aber der Aufenthalt unter ihnen kann gefährlich sein, wenn eine der Kokosnüsse (oder eines der schweren Blätter) plötzlich herunterknallt.Strand im Norden Lomboks

Der Rinjani (3726 m; der Gipfel links) einmal von der Nordseite her:P1040520

Am Nordhang des Rinjani liegt das Dorf Bayan. Bekannt ist es wegen seiner Moschee Masjid Bayan Kuno Beleq. Sie soll 1634 erbaut worden und die älteste ganz Lomboks sein.Moschee in Bayan

Die Rückreise führte uns nördlich von Mataram/Cakra über den Pusuk-Pass mir dem „Affenwald“ (Monkey forest) …P1040525… schliesslich auf die Hauptstrasse nach Süd Lombok zurück. Dank Sahips hervorragender Leistung als Fahrer erreichten wir noch – fast – rechtzeitig ein Treffen, das wir mit deutschen Freunden verabredet hatten.

Fazit: Man sollte sich für diesen Ausflug mindestens zwei, drei Tage reservieren. Es gäbe viel zu entdecken, Wasserfälle, traditionelle Dörfer, am Rinjani-Massiv noch richtiger Urwald (mit hochstämmigen Bäumen, nicht Dschungel bzw. sekundärer Urwald, wie er nachwächst, wenn der ursprüngliche Wald gerodet wurde), usw..

Lombok – gerade noch geschafft

Der neue Flughafen

9. Mai 2014. – Den alten Flughafen kann man vergessen. Internationale und nationale Abfertigung befinden sich seit kurzem unter einem Dach – allerdings getrennt und nur über einige Ecken und längere Wege zu erreichen – in einem riesigen, über 100 mal 200 Meter  grossen, geschätzte 25 m hohen Gebäude. Die alten Flughafengebäude daneben sehen jetzt schon wie halb verfallene, ausgeweidete Ruinen aus. Alles geht jetzt tatsächlich viel schneller. Ich machte mich sofort auf, ein Ticket nach Lombok zu lösen. Nur noch bei der teuren Garuda war für diesen Tag eines zu erhalten. Ich wollte unbedingt nach Lombok kommen und nicht noch einmal ein Hotel in Denpasar oder Kuta suchen.

Den falschen Rucksack! …

Aber etwas Nervtötendes ist mir dann passiert. Mein Gepäck wurde mit einem gleich aussehenden verwechselt. Ich hatte schon das elektronische Ticket für den Weiterflug nach Lombok im Sack. Die Maschine flog in einer Stunde. Ich stand schon einige Zeit in der Schlange zum Einchecken, als ich das merkte. Glücklicherweise, muss ich nachträglich sagen! Ich hetzte, das Gepäck auf einem Roller, aus dem Inlandbereich hinaus und suchte das Büro, das für solche Fälle zuständig ist. Ich fragte mich durch. Endlich fand ich es. Und kaum war ich dort, kam ein Mann auf mich zu, der ein Blatt Papier vor sich hertrug, auf dem mein Name stand. Er sei der „Coach“ eines jungen Paares, das meinen Rucksack hätte, und ich ihren. Ich habe in jedem Gepäckstück nämlich eine Passkopie dabei, so dass die Identifikation leicht fiel.  Also die lange Strecke durch den Internationalen Flughafen hindurch. Endlich, an einer Wand eine ganze Beige Gepäck, das offenbar auch nicht die richtigen Besitzer gefunden hatte. Und die beiden jungen Leute. Wir waren allseits überglücklich. Sie gaben mir meinen Rucksack, und umgekehrt. Noch ein paar Erinnerungsfotos.

Geschafft!

Nun begann die Hetze zurück zur Eincheckhalle im Domestic Airport. Ich bin die ganze Strecke gerannt, war noch selten so ausser Atem. Nun, es hat dann gerade noch gereicht. Einen Platz in einer späteren Maschine hätte es nämlich nicht mehr gegeben. Alles ausgebucht. Ich hätte die Fähre genommen. Wollte, wie gesagt, nicht noch ein Hotel in Denpasar oder Kuta-Bali suchen.

Freunde, Freude, Eierkuchen! …

Mit den Nerven ziemlich am Ende (auf der ganzen Reise hat mich kein anderes Ereignis so aufgeregt! …), landete ich also auf dem Bandara Internasional Lombok. Eine halbe Stunde später kam ich per Taxi im Hotel Kuta Indah an.P1040411

Ein paar Freudenschreie bewiesen mir, dass da ein paar Leute auf mich gewartet haben (obschon sie nicht wussten, wann und ob ich ankomme …).

Meine liebste Erika war da, ihr Bruder Hans, Lahir und ein paar andere von der Staff.

Diese Fotos machte ich ein paar Tage später: Erika …P1040444

… links Lahir (der 2012 mit nach Flores kam), in der Mitte Hans (Erikas Bruder, der seit vielen Jahren in Lombok lebt), rechts Sahip (der 2003 auf den Top des Rinjani mitgekommen war):P1040511x

Die nächste Woche spanne ich hier im Hotel aus. Es vergehen auch einige Tage, bis ich das Spanisch und Englisch in eine andere Ecke des Gehirns gedrängt und mich an Bahasa Indonesia gewöhnt habe.P1040269

Dann folgen neue Pläne (das heisst, zum Zeitpunkt, wo ich das schreibe, habe ich sie schon).