Puno – Titicacasee

Die Fahrt von Cusco nach Puno

Fast gleichzeitig fuhren (25. März) spätabends zwei Busse von Cusco weg nach Puno. Die direkte Strecke war nicht benutzbar, wegen Streiks von Minenarbeitern, Strassenblockaden und wahrscheinlich Polizeieinsätzen. Schon in Cusco war augenfällig, wie viele Polizei herumstand, alle in rabenschwarzen Kampfmonturen, Kugelwesten, Maschinenpistolen und Tränengasgewehren, und viele, teilweise gepanzerte Fahrzeuge standen in den Strassen. Um was es ging, erfuhr ich an den vielen Zeitungsständen. Dort versammelten sich zahlreiche Menschen, welche die neu eingetroffenen Schlagzeilen der ausgehängten Zeitungen lasen.

22 Uhr ging’s los. Niemand hatte eine Ahnung, welche Umgehungsstrecke gefahren wurde. Es war stockdunkle Nacht, und dann begann es in Strömen zu regnen. Man hörte nur Schlamm an den Busboden klatschen, manchmal schlingerte der Bus oder rutschte wieder ein paar Meter bei einer Bremsung. Eine Bernerin, die im andern Bus war, sagte mir später, es sei wohl besser gewesen, dass wir nichts gesehen hätten von den „Strassen“. Ich war da anderer Meinung; ich hätte das Ganze ganz gern bei Tageslicht erlebt. Als der Morgen dämmerte, waren wir immer noch weit weg von der offiziellen Strecke. Der Bus drängte sich abenteuerlich durch schmale Dorfstrassen und benutzte teilweise Strassen, die überhaupt nicht für so lange und schwere Fahrzeuge gedacht sind. Jedenfalls hat mich das, was ich an diesem Morgen gesehen habe, fast mehr über Peru gelehrt, als all die andern Tage. Und zwar auch sehr Positives (z.B. über die Hygiene: Bei jedem noch so kleinen Häuschen stand in etwa 10 Meter Abstand ein noch kleineres (alle blau und normiert), nämlich ein WC; das habe ich in einem Land, das zur 3. Welt gezählt wird, noch nie gesehen). – Die Fahrt, die normalerweise etwa 6 Stunden dauert, brachte es diesmal auf fast 12 Stunden. Und die Chauffeure haben eine Meisterleistung vollbracht.

Die Stadt am Anden-„Meer“

Der Titicacasee misst 8288 Quadratkilometer und ist damit über 15 x grösser als der Bodensee.P1010019 P1010023

Puno (100’000 Einwohner) ist steil an die Hänge der eine Bucht umgebenden Berge gebaut. Eine Stadt für Fitte, kann man sagen! Mein Hotel lag schon weit oben. Und um auf den Cerro Huaisapata mit diesem riesigen Kondor, der über Puno wacht, zu kommen, musste ich sage und schreibe 800 Treppenstufen nehmen (habe gezählt). P1010008 P1010015

Die Luft ist dünn hier oben, auf fast 4000 Metern Höhe. Und die Nächte bitterkalt. Das Hotel hatte keine Heizung, und so musste ich mich, ausser dem Schlafsack, zusätzlich in die zwei noch vorhandenen Decken einwickeln. Ich verstehe jetzt gut, warum die Andenbewohner oft dicke Wollsachen tragen.

Inselmenschen

Am zweiten Tag nahm ich an einer Tour auf die schwimmenden Inseln der Uro und zu den strickenden Männern auf der Insel Taquile teil. Gleich vorweg gesagt, die Fahrt mit dem Motorboot war mühselig. Etwa sechs Stunden hockten wir auf diesem monoton vor sich hin tuckernden Kahn, der gerade mal 10 km/h schaffte – und ein Weg war 30 km.

Endlich erreichten wir eine dieser berühmten Schilfinseln, die für Touristen zugänglich sind (der Rest des Uru-Gebiets ist geschützt).P1010044 P1010052 P1010055

Da erzählte uns ein Einheimischer, wie diese Inseln gebaut werden, und wie es sich auf ihnen lebt. Bunte Sachen wurden zum Verkauf ausgebreitet, auch konnten jene, die wollten (ich gehörte dazu), eine kleine Fahrt auf einem Schilfboot machen, das 40 und mehr Menschen ohne weiteres trägt.P1010034 P1010036 P1010050 P1010054 P1010065

Die Inseln sind verankert, sonst könnte es ja passieren, dass sich die eine oder andere plötzlich in bolivianischen Gewässern wiederfände … Diese Menschen leben vom Tourismus, und sie geben sich Mühe, ihre originalen Wurzeln zu behalten.

Dasselbe gilt für die 1700 Menschen, die auf der Insel Taquile leben. Berühmt sind hier die Webereien und Stickereien. Diese Textilkunst gehört seit 2008 zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit (UNESCO). Die Menschen leben von der Fischerei, dem Terrassenfeldbau und dem Tourismus. Die Einwohner haben sich in einer Genossenschaft organisiert. Diese kontrolliert den Tourismus und hat bis heute erfolgreich verhindert, dass auf der Insel ein Hotel gebaut wurde.P1010088P1010091P1010096x

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Auch hier kam ich nochmals um eine echte Anstrengung nicht herum. 200 Meter mussten wir den höchsten Berg der Insel hinauf kraxeln, um dort bei einem Einheimischen in seinem Restaurant verpflegt zu werden. Uns wurde auch erklärt, warum die Männer stricken, die Frauen hingegen spinnen (und weben). (Bemerkung: Ich habe leider keines dieser menschlichen Exemplare vor die Kamera gekriegt; aber es muss sie geben!) Diese textilen Tätigkeiten sollen unter anderem für die Partnerwahl wichtig sein. Das Einkommen der Familie hängt von den erzeugten Strickwaren ab. Im Gemeinschaftsladen am Dorfplatz ist jedes Produkt mit einem Etikett versehen, das zeigt, von welcher Familie es kommt. – Es gäbe viel zu berichten über dieses kleine Völkchen, z.B. über den ausgesprochenen Gemeinschaftssinn. Auch gibt es weder Polizei noch ein Gericht, denn alle kennen „die Regeln der Insel“. Und noch nebenbei: Katzen und Hunde sind hier verboten….P1010101 P1010111

Auch der Abstieg zum winzigen (zweiten) Hafen hatte es in sich. Viele hatten Mühe (Höhe, Gelenkprobleme, Kondition); ich konnte mich glücklicherweise schon seit einigen Tagen akklimatisieren.

Kapitäne der Boote in traditioneller Tracht:P1010120

Und hatte sich das Ganze gelohnt? An diesem Tag hatte ich zwiespältige Gefühle. „Jein“, sagte ich mir ganz eindeutig-zweideutig. Alles wäre in Ordnung, wenn diese unendlich lange Schiffsreise nicht wäre. Viele sind eingeschlafen. Ich dachte mir, es wäre gut für Esoteriker, die sich in dieser Monotonie meditierend etwas „Andengeist“ einfliessen lassen wollten … Nein, ich möchte sagen, schnellere Boote müssen her. Dann lässt sich alles auf einen halben Tag reduzieren, mit viel Information für die interessierten Touristen.

Dieser alte Seelenverkäufer soll, wie ich gehört habe, regelmässig zwischen Peru und Bolivien hin und her schippern. (Das Grünzeugs sind Algen.)P1010122

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Diese Nacht (27.3. auf 28.3.) geht’s zurück nach Tacna und dann nach Chile. Ich will in einem Zug bis nach Iquique kommen.

Cusco – Cuzco – Qusqu – Qosqo

Cusco – schön, interessant und chaotisch

Nun bin ich also in Cusco (3416 m), später in Puno (3800 m). Ein paar Tage in Städten, die ebenso hoch oder höher liegen als das Jungfraujoch. Und während man bei solchen Höhen bei uns in den Alpen die Baumgrenze längst hinter sich gelassen hat, grünt und blüht es hier noch viel weiter hinauf.P1000866

Eine chaotische Taxifahrt – überall Polizei wegen Demonstrationen, blockierte Strassen – brachte mich dann vom Flughafen ins Hotel, mitten im historischen Zentrum. Das Hotel ist o.k., hat einen grossen Innenhof mit einem riesigen Wandmosaik. Mein Zimmer geht direkt auf eine Galerie in diesen Hof hinaus, hat aber – etwas ungewohnt – keine Fenster nach aussen und ist sackdunkel ohne künstliches Licht; und das ist wiederum ziemlich trüb …P1000950

Cusco ist teuer, der teuerste Ort, an dem ich bisher war. Man kann sagen, dass hier durchaus Touristen-Nepp stattfindet. Allein das Taxi vom Flughafen zum Hotel kostete mich, trotz feilschen, 80 Soles oder 25 Schweizer Franken. Die Leute sind hier total auf den Tourismus eingestellt. Für jede archäologische oder  historische Sehenswüdigkeit wird Eintritt verlangt. Und besonders teuer wird es, wenn man solche in der Umgebung der Stadt besuchen will. Es gibt das Boleto Turístico, das für einen Tag oder für mehrere den Besuch von Museen und einiger Inka-Ruinen erlaubt. Ich nahm eines für einen Tag, was 70 Soles kostete. Erst recht teuer wird es, wenn man zum Beispiel die weltberühmte Inka-Stadt Machu Picchu besuchen will. Die billigsten Angebote gehen ab 100 US-Dollar nach oben. Etwas 2500 Menschen machen täglich ihre „Wallfahrt“ dorthin, und es werden immer mehr. Fertig lustig, sage ich mir, ich kann aus zwei Gründen (Kosten und Massentourismus) auf ein weiteres – diesmal peruanisches – „Ballenberg“ verzichten.P1000874 P1000927

Wie in den meisten Städten ist auch hier die Plaza de Armas das  Zentrum. Das galt schon zu Zeiten der Inkas. Auf allen vier Seiten gibt es Arkadengänge, mit Reiseagenturen, Wechselstuben, Restaurants. Hier liegt im Norden auch die Kathedrale, auf der angrenzenden Seite links die – viel schönere – Kirche La Compañia. Auch sie stehen (siehe weiter unten) auf Grundmauern der Inkas.P1000861 P1000966 P1000977

Interessant ist die Calle Hatunrumiyoc. Hier befindet sich die längste und gut erhaltene Inkamauer.P1000969

Noch ein paar Eindrücke: Eine Perükenmacherin auf offener Strasse, eine öffentliche Bibliothek, noch oft anzutreffen, der gute „Käfer“, Touristengasse, Kunstgalerie …P1000811 P1000820 P1000830 P1000833 P1000844 P1000970

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Was  ich besucht habe, ist die Inka-Stätte Saqsaywamán. Vor allem die drei hintereinander stehenden, zick-zack-mässig angeordneten, 600 Meter langen Mauern beeindrucken. Sie sind aus zum Teil riesigen Steinquadern und Eckmonolithen zusammengesetzt. Der größte wiegt über 200 Tonnen, ist 9 Meter hoch, 5 breit und 4 m dick. Und zwar fugenlos. Jeder Stein passt millimetergenau auf und neben den andern. Die Steine sollen aus Entfernungen bis zu 20 km hierher gebracht worden sein. Wie das geschah, ist bis heute ein Rätsel, denn die Inka kannten – wie alle anderen Völker Amerikas – das Rad nicht.P1000909 P1000910P1000880P1000884P1000888 P1000919

Was ich nicht wusste, ist, dass diese Blöcke stellenweise zu bestimmten Bildern zusammengesetzt sind. An einigen Stellen erscheint das Lama im Gesamtmuster der Mauern. Darauf aufmerksam machte mich eine guía der riesigen, viele Hektaren grossen Anlage.P1000934 P1000940Die Festung war Tempelanlage, astronomisches Observatorium und Verteidigungsanlage gleichzeitig. Zugangstor zu den oberen Mauerwällen war das Rumipunku, das im Notfall mit einem Steinblock verbarrikadiert werden konnte.P1000920 - Kopie P1000938x - Kopie

Als die Spanier die Festung eroberten, diente sie ihnen als Steinbruch. Aber nur die kleineren Brocken konnten sie abtransportieren. Ihre Häuser, Kirchen und Paläste bauten sie unten in der Stadt auf den Fundamenten der Inkagebäude auf, denn diese konnten sie in ihrer Zerstörungswut nicht beseitigen. Zu mächtig waren sie. Cusco wurde mehrere Male von schweren Erdbeben heimgesucht. Resultat: Die Mauern der Inka überstanden die Beben unbeschadet, während das, was die kolonialen Eroberer drauf gebaut hatten, jedesmal dem Erdboden gleichgemacht wurde …

Noch ein paar Aufnahmen der Anlage. Es gibt zum Beispiel zahlreiche unterirdische Gänge und Wasserleitungen, in die man zu einem kleinen Teil hineinkriechen kann. Stockdunkel, und jederzeit aufpassen, dass man keine Beule kriegt. Die meisten kehren wieder um. Ich wollte mir das Abenteuerchen nicht entgehen lassen und kraxelte mich durch.P1000893 P1000902

Ein gegenüberliegender Felsen, der wahrscheinlich von einem Gletscher flachgeschliffen wurde, dient Kindern als Rutschbahn.P1000906

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Ich reise bereits heute Nacht, 25. auf 26. März, ab nach Puno. Grund sind Strassenblockaden und Streiks auf der Hauptstrecke nach Puno und auf der westlichen Nebenstrecke. So fährt der Bus östlich an den Unruhegebieten vorbei, mit einem grossen Umweg. Da bin ich ja mal gespannt!

Arequipa

Eine Anmerkung

Wie gesagt, ist mir meine Spiegelreflexkamera ausgestiegen. Und ich sehe, dass ich die Fotografiererei (ja, so muss man das nennen!) mit der kleinen Ersatzkamera noch nicht im Griff habe. Mit einem spiegelnden Display zu „arbeiten“, statt mit klarem Sucherbild – das ist eigentlich für jemanden, der mehr oder weniger gute Fotos machen will, eine Zumutung. Es ist ein Knipsen „ins Blaue hinein“, ohne genauere Kontrolle, wie es raus kommt. Und das geht mir arg wider den Strich! … Was hat sich die Kamera-Industrie dabei eigentlich gedacht? Klar, es könnte ja dem „Zeitgeist“ entsprechen, mit Weitwinkel einfach auf komm-schon-scheissegal-was-drauf-ist zu fotografieren. Trotzdem, ich versuch’s halt. Man muss die Dinge nehmen, wie sie kommen.

Die Fahrt

Erste Etappe ging von Arica nach Tacna, der peruanischen Grenzstadt. Das geschah mit einem – vergleichsweise zu den bisherigen Fahrzeugen – Rumpelbus. Die Grenzkontrolle hatten wir über erwarten schnell hinter uns, Man muss wissen, dass dieser Übergang häufig für den Drogenschmuggel verwendet wird.

In Tacna gelang es mir, dank der Hilfe eines jungen Touristik-Angestellten, gerade noch etwas Geld zu wechseln und auf den Bus nach Arequipa aufzuspringen. Wieder stundenlanges Fahren durch eine Welt, die nur aus Sand und Geröll zu bestehen schien. Unendlich lange, schnurgerade Strassenabschnitte, ab und zu eine Schlucht, mit einer grünen Oase am Grund. und dann Pässe, auf hervorragend ausgebauten Strassen. Vor Arequipa eine tiefe Schlucht. Stau. Der Busfahrer wählt einen Umweg, der auch über Schotterwege führt. Als ein Blick auf die Stadt frei wird, gefällt sie mir auf Anhieb.P1000776Über den wie bunte Mosaiksteine zusammengewürfelten Häusern winken die weissen Türme der Kathedrale und anderer Kirchen. Nach zwei Tagen am Meer bin ich nun wieder fast so hoch wie in San Pedro de Atacama, auf 2350 Metern. Durch den Dunst schimmert der 20 km entfernte „Hausberg“ der Stadt hindurch, der 5822 m hohe, fast ideal kegelförmige Vulkan Misti.P1000760Der dominante Misti (er wird „Der Schlafende“ genannt), 5822 m hoch, wird flankiert im Norden vom Chachani (6075m), im Süden vom PichuPichu (5665 m), auf dem bis in Höhen von 5600 Metern Ruinen und Opferstellen der Inka gefunden wurden.

La ciudad

Das Hotel scheint in Ordnung zu sein. Erprobe gleich mal den Internetzugang; er ist super. Habe nämlich Nachholbedarf, vor allem, was diesen Blog betrifft.

Ein erster Rundgang durch die Altstadt (das Hotel liegt gleich am Rand des historischen Kerns) bestätigt meinen ersten Eindruck. Beeindruckende Kolonialarchitektur, eine schön anzuschauende, riesige Kathedrale, die grosse Plaza de Armas, der Verkehr, die vielen Menschen, Lärm. – Leben, wie ich es mir in einer Stadt wünsche.P1000717P1000646 P1000569

Am meisten beeindruckte mich das Monestario de Santa Catalina. Aber nicht nur beeindruckt hat es mich, sondern auch etwas bedrückt. Wie kann man sich bis zum Ende seines Lebens hinter solch Meter dicken Mauern verabschieden? P1000714 P1000618Das Kloster selber ist eine Stadt in der Stadt, über 20’000 Quadratmeter gross, mit Gassen, die Namen tragen, Gärten, eigener Wasserversorgung, Badehaus, Küchen, Speichern, Werkstätten, usw..P1000680 P1000682 P1000694 P1000698Und überall Treppchen, aus massivem Stein. Aber alle enden sie an toten, ebenso massiven Wänden. „Es gibt kein Entkommen!“, soll das vielleicht heissen. Wer einmal hier drinnen ist, bleibt hier. Nur Gott ist jetzt noch wichtig. Bis zum Tod. Es geht irgendwann einmal hinauf (ins Paradies), aber du musst noch warten …P1000696Wie immer, es müssen aussergewöhnliche Menschen gewesen sein, die einen solchen Weg der Isolation wählten; oder, sie wurden gezwungen dazu. In dieses Kloster konnte übrigens nicht jede Frau, jedes Mädchen eintreten. Hier zu sein, bedeutete eine grosse Ehre, und die Familien, die eine ihrer Töchter hier unterbringen wollten, mussten sehr viel dafür bezahlen, mit barem Gold. Zudem musste die Familie für den Lebensunterhalt der Nonne oder Novizin aufkommen.

Ausserhalb des Klosters scheint die Welt hier  den Taxis zu gehören. Das fiel mir sofort auf: Eine wahnwitzige Zahl von Taxis muss in dieserStadt unerwegs sein! Dann sah ich an einem Zeitungsstand diese Anzeige (Zufall? – Zufall!):P1000668Am Samstag besuchte ich den Mercado San Camilo. Das ist eine riesige Markthalle am Rande des historischen Zentrums. Hier kriegt man alles, nach dem Gaumen und Magen gelüstet, Fleisch, Fisch, Käse, Körnerfrüchte, Süssigkeiten, Gemüse, Gewürze. Aber auch Stoffe und Lederwaren. Verpflegen kann man sich auch, und es gibt jede Menge frisch gepresster Fruchtsäfte. Nur, auf seine Tasche muss man aufpassen. Es dürfte hier von Taschendieben wimmeln. Also, Reissverschluss zu, und immer eine Hand drauf! …P1000654 P1000658 P1000659 P1000662Demonstrationen sind hier offenbar alltäglich. Die Menschen hier wehren sich ganz offensichtlich für ihre Interessen. Mal geht es um den Verkehr, mal um willkürliche Entlassungen, um etwas anderes.P1000605 P1000608 P1000636Noch ein paar Bemerkungen: Am Samstag habe ich ein paar Postkarten verschickt. und siehe da ,im Gegensatz zum „entwickelteren“ Argentinien klappte das hier gut. Es gib ein Postamt, und sogar einen speziellen Briefkasten für Sendungen ins Ausland.

Heute, am Sonntag, gab es vom frühen Morgen bis etwa 15h einen totalen Stromausfall, der die gesamte Innenstadt betraf (und vielleicht mehr). Die Menschen nahmen es gelassen, flanierten auf Strassen und Plätzen, diskutierten miteinander, lachten, nahmen es, wie es ist. Kein Gefluche, kein Gehetze. Man nimmt’s, wie’s kommt.

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Während meines Aufenthalts hier wurde ich unschlüssig, wie es weitergehen soll. Soll ich nach Cusco? Mir haben Leute gesagt, dort sei nur noch Massentourismus und Touristen-Nepp. Mir ist das bekannt. Soll ich es also auslassen und direkt nach Puno und den Titicaca-See fahren? – Dann der Entschluss: Ich werde nach Cusco fliegen! Unter den Arkaden am Hauptplatz fand ich schnell eine Agentur, bei er ich für 150 US-Dollar buchen konnte. Morgen Montag, 24. März, 07:30 hebt die Kiste ab, nach Cusco.

Bis dann also!

Und hier noch ein par weitere Eindrücke aus Arequipa:P1000600 P1000634 P1000711 P1000728 P1000733 P1000766

Arica

Grenzstadt – reizvoll, aber arm

Umgeben von Wüste, Wüste, Wüste, landschaftlich dominiert durch den 260 Meter hohen Felsrücken Morro de Arica, leben hier rund 175’000 Menschen. Haupteinnahmequelle ist der – kleine – Hafen. Er ist auch wichtig für das Binnenland Bolivien, das hier Sonderrechte geniesst. Und ab und zu legen hier Kreuzfahrtschiffe an. Diese und der Badetourismus – Kilometer lange Strände – bringen etwas Geld in die sonst arme und – bis auf wenige Strassen im Zentrum – verlotterte Stadt. Dennoch hat sie mir auf Anhieb gefallen. Bald erschien sie mir wie eine Mittelmeerstadt.

Und auch mit dem Hotel hatte ich Glück. Völlig unscheinbar liegt es hoch oben am Hang des Morro, gleich beim Eingang zum Weg, der auf diesen hinaufführt. Mein Zimmer ist super, mit direktem Blick auf den Hafen. Auf das Personal trifft dasselbe zu. Nur mit der Internetverbindung klappt es überhaupt nicht.DSC_1731 DSC_1761Die steile Strasse, die direkt ins Zentrum führt, und wo links der Eingang zum „Hostal Le Petit Clos“ zu sehen ist:DSC_1740 P1000560Es gibt hier eine Kirche, die Iglesia San Marcos, die 1875 als Fertigbau-Eisenkonstruktion gebaut wurde. Ihr Architekt wurde ein paar Jahre später weltberühmt, mit einer andern Eisenkonstruktion: Alexander Gustave Eiffel, der Erbauer des gleichnamigen 300-Meter-Turms in Paris.DSC_1750 DSC_1754 DSC_1758 P1000552Während der ersten Nacht meines Aufenthalts hier legten gleich zwei Kreuzfahrer an. Ihren Bäuchen entströmten vor allem US-amerikanische Touristen gesetzteren Alters, wie ich am Tag darauf auf dem Morro und unten, auf dem Markt, feststellte.DSC_1777 P1000492Vergnügen (eine Art Luxus) und Containerhafen (Schwerarbeit) nebeneinander im gleichen, relativ kleinen Hafenbecken …P1000526Im nördlichen Teil des Hafens liegen die Fischerboote, die man den ganzen Tag knapp vor der Küste mit Schleppnetzen hin- und her tuckern sieht.P1000514Die Stadt ist, ausser vom Meer, rund herum von Wüste umgeben. Im Norden entstehen riesige Neubausiedlungen. In der Nacht sieht man sie als endlose, sich verlierende Lichterkette.P1000503 P1000544 P1000565Wegen fehlendem Internetzugang musste ich auf Internetcafés ausweichen. In dieses zum Beispiel, geführt von zwei älteren Damen, die eine an der Kasse, die andere uns an den alten PC’s und Klappertastaturen beratend zur Seite stehend.P1000556Hier sollte eigentlich eine Bahn nach der Peruanischen Grenzstadt Tacna abfahren. Wenn sie jetzt nicht fährt, kann es noch nicht so lange her sein, dass ihr Dienst – vorübergehend? – eingestellt wurde.P1000484Am zweiten Tag merkte ich, dass mit meiner NIKON irgendetwas nicht mehr stimmt. Da überkam mich einige Momente lang eine Stimmung wie auf diesem Bild:P1000547Mir war sofort klar, dass sie für den Rest meiner Reise soeben ausgestiegen war. Die Elektronik. Kann man nichts machen. Nun, fast 2000 Aufnahmen hat das alte Mädchen noch geschafft. Was für eine gute Nase hatte ich doch, dass ich mir eine Ersatzkamera gekauft hatte, eine kleine zwar, aber für den Rest der Reise kommt jetzt halt sie zum Einsatz.

Morgen früh geht’s weiter, nach Peru. Bin gespannt!

Valle de la Luna

Mond oder Mars oder?

Die geologische Formation, die man heute eben „Tal des Mondes“ nennt, bildete sich vor 22 Millionen Jahren heraus. Sie ist so einmalig, dass sie zum Naturwunder erklärt wurde und dementsprechend geschützt wird. Die geologischen Schichten sind vielfältig, Salz liegt auf irgendeinem harten Gestein, dann hatte sich wieder eine Schicht Vulkanasche und -geröll darauf abgelagert, usw.. Durch die Erosion entstanden riesige Dünen, aber auch seltsamste Türme und Gesteinsbrocken bildeten sich heraus bzw. wurden ab- oder herausgeschliffen. Die berühmteste Gesteinsgruppe heisst „Die drei Marien“. Von einer diese grossen Dünen aus kann man einen beeindruckenden Sonnenuntegang erleben. Und besonders eindrücklich soll sich das Tal bei Vollmondlich präsentieren. Ich hatte leider nicht die Möglichkeit dazu, obschon gerade etwa Vollmond war. – Fertig der grossen Reden. Ich zeige einfach ein paar Bilder.DSC_1552 DSC_1563

Das da unten sind die drei Mariechen. Wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf, die links scheint mir doch sehr einem Frosch zu gleichen…

DSC_1608 DSC_1612Man kann eine Salzhöhle besuchen, besser: durchkriechen. Etwa 100 Meter windet man sich da durch einen engen Gesteins- und Salzschlauch. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurden Stirnlampen abgegeben. Die Schatten auf dem dritten Bild zeigen sich auf von purem Salz überzogenen Fels (der rechts bin übrigens ich).DSC_1587 DSC_1594 DSC_1600Das Weisse ist kein Schnee, sondern Salz. Und in solchen Formationen, wie auf dem zweiten Bild, sieht man schön die geologischen Schichtungen.DSC_1614 DSC_1621Womit wir uns auf dem Weg zum Sonnenuntergangsspektakel machen, wo wir schon eine ganze Schar auf der Krete erblicken …DSC_1622 DSC_1628 DSC_1632 DSC_1638… und uns alsbald auch unter diese bunte Gruppe mischen (es sind sicher zweihundert oder mehr Menschen über den ganzen Dünenrand verstreut).DSC_1643 DSC_1644 DSC_1653Und dann ging sie unter, und es war vorbei. Und es wurde fast schlagartig kühl. Etwas Warmes zum Anziehen mitzunehmen, ist ratsam.DSC_1665 DSC_1667Das wär´s gewesen. Für heute. Morgen werden wieder Hunderte dasselbe, faszinierende Schauspiel erleben.

San Pedro de Atacama

Die Atacama-Wüste

Diese Wüste – sie liegt rund 2500 Meter hoch – ist nicht nur eine der trockensten, sondern auch eine der menschenverlassensten Gegenden der Erde. Es gibt hier Orte, an denen seit Jahrzehnten kein Regen mehr registriert wurde. Im Kerngebiet, auf 23’400 km² leben knapp 6000 Menschen. Die Tage sind heiss, 30°C, die Nächte kalt, im Extremfall bis -15°C. Vermutlich wurde sie schon vor 11’000 Jahren VC besiedelt.

San Pedro de Atacama …

… ist eines von neun Oasendörfern; etwa 2000 Menschen leben hier. Vor langer Zeit war hier eine Festung der Atacama-Indianer, später war es ein Stützpunkt der spanischen Eroberer. Vor 100-200 Jahren kamen die Haupteinnahmen von durchziehenden Karawanen,  heute vom Tourismus. Viele Naturwunder und Sehenswürdigkeiten befinden sich in der Nähe, und der verkehrsmässige Anschluss ist sehr gut. Aber: Viele Chilenen aus Santiago und zugewanderte Europäer scheinen das Tourismusgeschäft zu beherrschen. Das führt oft zu Spannungen mit den Einheimischen, die sich übergangen oder betrogen fühlen (habe ich gelesen).

Wer den Bus verlässt und sich einmal umschaut, mag sich fragen, wo er denn gelandet ist. Es sieht wirklich alles nach „Provisorium“ aus.DSC_1417 DSC_1534DSC_1389Das da unten ist mein Hostal, „Nuevo Amenecer“. Und ein Blick von der Terrasse vor meinem Zimmer aus, direkt auf den Licancabur.

DSC_1535DSC_1528Aber wenn man einmal im Zentrum gewesen ist, fühlt man sich schnell wohl hier. Das Dorf selber ist ganz nach spanischem Kolonialistenmuster aufgebaut, alles um einen zentralen Platz und ziemlich schachbrettartig angeordnet. Das gilt für das historische Zentrum, das mit seinen eingeschössigen Bauten aus Lehmziegeln und oft bunt angestrichen, sehr hübsch aussieht.

DSC_1543DSC_1385Die Geschwindigkeit jeglichen Verkehrs ist auf 20 km/h beschränkt. Velos sieht man Dutzendweise, man kann sie an allen Ecken mieten.

DSC_1679 DSC_1693DSC_1386Sehenswürdigkeiten: Zwei  habe ich mir angeschaut. Da ist einmal die 1744 erbaute Kathedrale (wird im Moment renoviert).

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DSC_1682Sie ist, wie die meisten Häuser hier, aus luftgetrockneten Lehmziegeln erbaut, sogenannten Adobe. Die Dachkonstruktion ist interessant: Sie besteht aus Kaktusholz und wird, statt von Nägeln und Holzdübeln, mit Lederriemen zusammengehalten.

Mir gefiel auch das Museo Arquelógico Padre Gustavo Le Paige. Wahnsinn, was dieser Pater aus der Umgebung zusammengetragen hat. Es gilt als eines der besten historischen Museen Chiles überhaupt.

Umgebung: Die Zeit reichte, um mir zwei Sehenswürdigkeiten nicht entgehen zu lassen:

Pukará de Quitor: Habe mich also zu Fuss aufgemacht, drei Kilometer weit (ein Weg) durch die brütende Hitze, dann einen Berg rauf (puh!), aber es hat sich gelohnt.DSC_1452 DSC_1458Die Festung von Pukará de Quitor war der letzte südliche Rückzugsort der hier im 15./16 Jahrhundert herrschenden Inkas. 1540 wurde sie von den Spaniern erobert. Die Eroberung soll nur mit dreissig Mann gelungen sein. Grund: Die Inkas hier kannten weder Pferde noch eiserne Helme noch Feuerwaffen. Die Bevölkerung wurde massakriert, und die Eroberer errichteten In der Oase, die sich heute San Pedro nennt, einen Stützpunkt.

DSC_1472DSC_1524 DSC_1525Ein gut ausgebauter Weg führt an der terrassenförmig an einen steilen Hang gebauten Festung vorbei auf einen Hügel, von dem aus man eine fantastische Fernsicht auf die Oase San Pedro und den Salzsee Salario de Atacama geniesst.DSC_1479DSC_1506Wenn man in die entgegengsetzte Richtung blickt, sieht man einen Teil der Anlagen, in denen das Wasser für die Oase gesammelt wird. DSC_1510Die zweite Sehenswürdigkeit, die ich mir angeschaut habe, ist das Valle de la Luna. Dazu aber der nächste Blog-Beitrag.

Über die Anden nach Chile

Von Salta nach San Pedro de Atacama

Mit Verspätung hat es also geklappt. Bei brütender Mittagshitze entstieg ich dem Bus und fand mich in einer völlig anderen Welt als bisher auf dieser Reise. Was ich sah, war eine bunt zusammengewürfelte Ansammlung von flachdächigen Hütten, irgendwie völlig strukturlos in diese Ebene gesetzt, die eines der regenärmsten Gebiete der Welt ist. Ein Einheimischer erklärte mir den Weg zu meinem Hostel, das sich da irgendwo inmitten dieser Backstein- und Blechhütten befand. Ich fand es schnell, brauchte nur etwa 300 Meter zu gehen. Und jetzt bin ich hier und schreibe diesen Beitrag. Ich lasse es bei wenigen Worten bewenden. Die Busfahrt war traumhaft schön, quer von Ost nach West über die Anden, dieses grösste Gebirge dieser Erde.DSC_1245

Von der argentinischen Seite war nichts zu sehen. Es war Nacht. Erst kurz vor Erreichen der Grenzstation begann sich im Licht der aufgehenden Sonne die Landschaft zu zeigen.

DSC_1266 DSC_1285An der Grenzstation erwartete uns ein langwieriges Prozedere – all diese Formalitäten …DSC_1289Dann waren wir über den Paso de Jama (4200 m) hinweg, und in bunter Abfolge taten sich vor den Augen die unterschiedlichsten Landschaften auf, eine faszinierender als die andere.DSC_1290

DSC_1309DSC_1311Das Weisse ist kein Schnee, sondern es sind Salzablagerungen. Die Seen sind allerdings teilweise vereist.

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Dann tauchten die Moai de Tara auf, 20 bis 30 Meter hohe, freistehende, völlig skurrile Felsfinger. Der Name wurde den berühmten Steinfiguren auf den Osterinseln entlehnt, den „Moais“.

DSC_1339 DSC_1344DSC_1349 DSC_1360Der dominierende Vulkan dieser Gegend heisst Licancanbur und ist immerhin nette 5920 Meter hoch. Diesen Berg immer auf der rechten Seite, erreicht die Fahrt 48 Kilometer vor unserm Ziel mit 4825 Metern die grösste Höhe. So weit oben war ich, ausser in einem Flugzeug, nun wirklich noch nie …  Und auf den folgenden, wenigen Dutzend Kilometern geht es rund 2400 Meter in die Ebene hinunter. Es ist wie ein Landeanflug im Flugzeug.

DSC_1362 DSC_1363 DSC_1365 Über die Strasse unten sind wir gekommen, aus über 4800 Meter auf 2440 Meter (San Pedro). Das Foto machte ich direkt von meiner neuen Unterkunft aus.

DSC_1394Ich werde später vielleicht noch etwas Text schreiben. Ich habe hier sehr schlechte Internetverbindung, darum stelle ich diesen Bericht sofort ins Netz. Bis bald!

Salta

Mumien – etwas relaxen – Dinge erledigen

Salta scheint mir der richtige Ort, um ein paar Tage zu verweilen. Die Stadt ist lebendig, trotzdem übersichtlich, und sie bietet einiges an Kultur. Sie wurde 1582 gegründet, und hier hat sich mehr an kolonialer Architektur erhalten als in den meisten anderen Städten Argentiniens. DSC_1172DSC_1092DSC_1041Zentrum nicht nur der Altstadt, sondern auch kultureller und politischer Veranstaltungen ist die Plaza 9 de Julio (Argentinien erreichte am 9. Juli 1816 die Unabhängigkeit von Spanien).DSC_1063DSC_1091DSC_1048 DSC_1061 DSC_1064Hier befinden sich auch zwei interessante Museen, das Museo Historico del Norte (allgemeine Geschichte, etwas mühsam mit den Ahnengalerien, von Politikern usw.) und das MAAM, Museo de Arquelogía de Alta Montaña. Vor allem das letztere sollte man besuchen. Es ist der Inka-Kultur gewidmet, besonders auch der Bedeutung, die darin den Kindern beigemessen wurden. Die Berge waren den Inka heilig, und auf ihren Gipfeln wurden ausgewählte Kinder ausgesetzt bzw. geopfert. Sie wachten über die Menschen unten in den Tälern und Städten. Die Inka glaubten, dass diese Kinder dort oben nicht tot waren, sondern in direkter Verbindung mit den Göttern standen. Im Museum ist eine der drei Kindermumien, die 1999 am Gipfel des Llullaillaco (Vulkan, 6739 m hoch) entdeckt wurden, ausgestellt. Es ist unglaublich, wie gut der kleine Körper erhalten ist, die Haut, die Haare, aber auch die Kleider. Ihr müsstet das googeln, denn Aufnahmen waren verboten.

Salta besitzt einen Aussichtberg, 200 Meter hoch, den Cerro San Bernardo. Eine Hängeseilbahn (Teleferico) führt hinauf (70 Pesos hin und zurück). DSC_1123

DSC_1116DSC_1109Im mittleren Bild, genau in der Mitte am linken Rand, befindet sich übrigens mein Hotel; am rechten Rand, mit der Kuppel, die Kathedrale.

Die Stadt ist geschäftig, aber ich frage mich schon, wovon die unzähligen kleinen Kioske und Tiendas und Zeitungsstände und Popcornverkäufer leben. Es muss gehen (sonst gäbe es sie ja nicht). Dann gibt es die grossen Geschäfte und eine ganze Reihe von Galerien, in denen es Boutiquen und andere, für Betuchte gedachte Läden, gibt. Bis 21 Uhr, habe ich festgestellt, pulsiert das Geschäftsleben in der City. Es treten auch Musikgruppen auf. DSC_1095An vielen Kreuzungen gibt es Polizeiposten. Die Strassen sind gesäumt von vielen Restaurants. Aber irgendwann vor Mitternacht kehrt – mindestens, was die Umgebung meines Hotels betrifft, und das liegt genau im Zentrum – ziemlich Ruhe ein.DSC_1148 DSC_1151 DSC_1162Das ist übrigens mein Hotel. Mein Zimmer geht gerade auf die Strasse (1. Stock), und vorne links um die Ecke und geradeaus ist der Grosse Platz des 9. Juli.DSC_1017Damit sage ich tschüss aus Argentinien. Heute Nacht bringt mich eine 11- bis 12-stündige Busfahrt nach Chile, über den 4200 m hoch gelegen Paso de Jama.

Korrektur

Da habe ich etwas daneben gegriffen. Mein Bus geht nämlich erst einen Tag später, Also füge ich noch ein paar Bilder aus Salta an. – Am nächsten Tag, am 14. März, gilts aber ganz bestimmt: Dann bin ich hier weg.DSC_1204DSC_1222DSC_1238DSC_1243

Busfahrt der (ermüdenden) Superlative

Von Iguazú nach Salta

Die paar Bilder von meist schnurgeraden Strassen und endlos sich erstreckenden, fast ebenen Landschaften widerspiegeln schon etwas den Eindruck und die Gefühle, die ich während dieser 24-stündigen Busfahrt durch den Norden Argentiniens hatte. Ich habe die Aufnahmen aus dem Bus gemacht, zufällig und mehr nach Unlust und Laune. Nein, eine solche Busfahrt ist kein Zuckerschlecken.

Auch wenn die Busse erstklassig ausgerüstet sind. Ich nahm die erste Klasse (Cama Ejecutivo); sie kostet nur wenig mehr als die Semicama, lohnt sich aber auf alle Fälle. Es gibt nur drei Sitze pro Reihe, der Abstand nach vorne beträgt einen Meter, und die Lehnen lassen sich so weit zurück klappen, dass man sich fast in einem Bett fühlt. Ausserdem werden Getränke und Essen serviert! – Das unten ist der Bus, der mich nach Posada brachte. Dort musste ich einmal umsteigen.DSC_0966

In den Ländern Südamerikas gab es früher einmal ausgedehnte Eisenbahnnetze. Wegen der Privatisierung der Bahnen (sie wurden in der Folge immer mehr vernachlässigt und abgebaut), wurden im Gegensatz die Busnetze immer besser ausgebaut. Und sie funktionieren – pünktlich wie die SBB!

Diese Strassen, die hier abgebildet sind, waren nur ein Vorgeschmack.

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Etwas Abwechslung brachten einige Stopps auch an kleinsten Haltestellen. Zwischendurch gab es sogar sichtbare Ansiedlungen (ich meine, nach unseren Begriffen Ortschaften im Sinn von geschlossenen Häuseransammlungen), die richtige Busterminals besitzen.DSC_0974

Erst richtig los ging es nach Resistencia, bis vielleicht 200 Kilometer vor Salta. Die Strasse dort verläuft etwa 500 Kilometer praktisch schnurgerade. Ob der Fahrer den Autopiloten eingeschaltet hatte? Natürlich nicht, die Crew besteht immer aus mehreren sich abwechselnden Leuten. Zum Glück befuhren wir diese Strecke in dunkelster Nacht, nur von wenigen Halten unterbrochen.

Hier noch ein paar Bilder vor dem Nachteinbruch.DSC_0989 DSC_0993

Auf diesen unendlich weiten Ebenen hat früher einmal Urwald gestanden. Könnt ihr euch das vorstellen? Heute werden hier Kotelette- und Steaklieferanten – Rinder halt – gemästet. „Gesund“ leben sie allerding, denn ihr Auslauf ist fast grenzenlos …DSC_1001

Aufgefallen sind mir riesige Aufforstungen, mit Nadelbäumen, die etwa wie Föhren aussehen, aber gerade Stämme haben. Wie riesige Plantagen werden sie angepflanzt. Sie wachsen offenbar schnell und werden ebenso schnell wieder gefällt, wenn Nutzholz daraus gewonnen werden kann. – Monokultur eben, wie früher bei uns, als man glaubte, mit reinen Fichtenwäldern das forstwirtschaftiche Ei des Kolumbus gefunden zu haben.
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Am frühen Morgen tauchten dann die ersten Berge auf, Ausläufer der Anden … Geschafft!DSC_1013

Die Reise war insgesamt fast 1500 Kilometer lang und dauerte fast genau 24 Stunden. Preis:  ARP 870 (= CHF 97). – So was gibt’s …

Entschuldigt die schlechte Qualität der Fotos. Aber ich war echt etwas unmotiviert und vor allem müde; und die Busfenster waren auch nicht glasklar … Alles klar?

Seitenwechsel: Foz do Iguaçu

Nochmals wie am Vortag – aber diesmal von Brasilien aus

Die Nasenbären sind allgegenwärtig. Sie kennen alle Tricks, um die Touristen weich zu machen. Vollgefressen, sieht man sie so …

DSC_0890Wenn sie was wittern, kennen sie kaum Grenzen – und zeigen eine verblüffend hohe Intelligenz …DSC_0909

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Der Reiz ist gross, wenn mal schon mal hier ist, dass man sich eine so imposante Sache wie diese Fälle aus mehreren Perspektiven anschauen will. Der Bus nach der brasilianischen Seite kostet 80 argentinische Pesos. Dort angekommen, muss man nochmals den Eintritt in den Nationalpark bezahlen (als Ausländer, mit Transport, 50 Real, ca. CHF 19). Wer nur einen Tag dorthin geht, muss halt Kreditkarte benutzen, da sich ein Wechseln von Cash in Brasilianische Real kaum lohnt, wenn man dann doch nur mehr oder weniger viel davon übrig hat und das Land wieder verlassen muss. Das sind alles Währungen, die so gut wie nicht mehr in „harte“ Währungen zurückgetauscht werden könnenDSC_0913

Die brasilianische Seite hat enorme Reize, was die Aussicht auf die Fälle betrifft. Vor allem, wer Panoramaansichten sehen will, sollte dorthin gehen. Die touristischen Einrichtungen sind „geschliffener“ als auf der argentinischen Seite. Schon fast Vergnügungspark-mässig.DSC_0919

DSC_0922DSC_0925Beide Seiten haben ihren Reiz in wirklich den unterschiedlichen Aussichten auf das Naturspektakel. Und den Verantwortlichen beider Seiten ist es absolut ernst mit ihren Naturschutzprojekten!DSC_0927 DSC_0936 DSC_0938 DSC_0942 DSC_0947

Morgen geht es dann weiter, 24 Stunden im Bus nach Salta, einer Stadt im Nordwestzipfel dieses unermesslich grossen Landes. Ihr werdet hören von mir.