Zwischenspiel Uruguay

Colonia del Sacramento

hübsch, aber eigentlich nur Tourismus

Der Titel sagt es genau: Die kleine Stadt Colonia del Sacramento – auf der urugayischen Seite des Rio de la Plata gleich gegenüber Buenos Aires gelegen – hat zwar eine grössere Bedeutung in der Geschichte der spanischen Kolonisierung Südamerikas gehabt. Davon zeugen zahlreiche Mauerreste von ehemaligen Befestigungen und Forts. Auch viele Häuser sind im kolonialen Originalstil restauriert worden. Aber im  Grossen und Ganzen gesehen ist das  alles doch eher zu vergleichen mit Alberobello in Apulien, Rothenburg ob der Tauber in Süddeutschland, oder mit Ballenberg in der Schweiz. Schön zurechtgemacht für Devisen bringende Touris. Also, ich fühlte mich hier nicht mehr so recht in Südamerika.

DSC_0538Die Überfahrt machte ich mit einem der kleineren Katamarane von Coloniaexpress. Nicht einmal eineinhalb Stunden braucht der Kahn für die Strecke.

DSC_0512Die Konkurrenz von Bouquebus setzt dafür grössere Schiffe ein, darunter solch abenteuerliche Riesenkatamarane, wie man sie ungefähr in James Bond-Filmen schon gesehen hat. Sie haben etwas Bedrohlich-Faszinierendes an sich. Und machen einen Höllenlärm.DSC_0635 DSC_0638 DSC_0669

DSC_0554Am berühmtesten ist der hübsche Leuchtturm. Schön präsentiert sich auch das Kulturzentrum, das auf dem Gelände eines ausrangierten Bahnhofs errichtet wurde. Übrigens, schaut euch mal das Bild mit der Lokdrehscheibe und dem Wasserturm an: Hier haben sie genau das gemacht, was auch in St.Gallen (CH) und anderswo gemacht wurde. Sie haben eine alte Lokremise in ein Gebäude verwandelt, das jetzt kulturellen Zwecken dient.DSC_0547 DSC_0550DSC_0519DSC_0576 DSC_0581 DSC_0595 DSC_0599 DSC_0602 DSC_0624Ich geniesse eine Stunde der Stille am Meer, beziehungweise des hier 30 Kilometer (oder mehr) breiten Rio de la Plata, der sich gelblich braun in den Atlantik vorschiebt. Vom argentinischen Ufer sieht man vorerst nichts. Klar, weder in Uruguay noch in Argentinien erhebt sich hier nicht die Spur eines grösseren Hügelzugs, so dass man dessen Silhouette sehen könnte. Gegen Abend kommen aber starke Winde und klare Luft auf. Und siehe da, ganz weit entfernt zeigt sich die Skyline von Buenos Aires …DSC_0672

Mein Fazit: Die Reise nach Colonia del Sacramento muss nicht sein. Besonders dann nicht, wenn man nicht viel Zeit hat. Aber Uruguay würde mich für mehr als nur einen Tag reizen. Ich vermute, dass dieses Land ein paar ganz schöne Überraschungen parat hat.

P.S.: Als Folge der Auswanderung vieler armer und ärmster Schweizerinnen und Schweizer im vorletzten Jahrhundert (die Schweiz war eines der Armenhäuser Europas!) enstanden in vielen neuen Ländern Schweizer Kolonien, in Uruguay die Kolonien Nueva Helvecia 1861 und 1869 Nouvelle Berne. Googelt doch mal danach; ist hochinteressant!

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Ein Gedanke zu „Zwischenspiel Uruguay

  1. Interessant wie du die Reise nieder Schreibst. Wenn man die Autos sieht könnte man meinen, du bist in einer Zeit-Maschine zurückversetzt worden. Da liegt ein Vermögen auf der Strasse von den vielen alten Autos.

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