Auckland II – Pärke und „Berge“

Auckland ist eigentlich keine Stadt, sondern – seit 2010 – eine Verwaltungseinheit. Sie liegt geografisch auf dem sogenanten „Aucklandfeld“, unter dem etwa 50 Vulkane schlummern (die meisten glauben, sie seien endgültig erloschen). Fast 1.5 Millionen Menschen leben hier, das ist ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Landes. Aufgrund ihrer Geschichte leben hier Menschen unterschiedlichster Kulturen. Von daher gesehen, ist es die bunteste Stadt, in der ich je gewesen bin.

Albert Park – Mt. Eden – Einfamilienhäusermeer

Die eigentliche City Aucklands ist nicht sehr gross, übersichtlich und gut zu Fuss zu erwandern. Sie unterscheidet sich nicht gross von andern Städten, was die Art und Gestaltung der Shops betrifft, oder der Restaurants. Alles ist hier etwa so gestylt wie bei uns. Die Kellner tragen dieselben langen schwarzen Schürzen, usw. „Globalisierung“ im langweiligsten Sinn. Was es hier allerdings gibt, und was die ganze gestylte Szene immer wieder unterbricht, sind unzählige kleine Imbissbuden, die fast alle von Chinesen, Koreanern, Pakistani, usw. geführt werden. Hier erhält man zu günstigem Preis teilweise hervorragendes food.

Der Albert Park ist die einzige grüne Oase, die sich wirklich in der City befindet. Am Rande davon gibt eine grössere Anlage, in der das Auckland Museum steht.P1010693 P1010699 P1010704 P1010707Es gibt in der Stadt ein paar Hügel, alle vulkanischen Ursprungs (sog. Schlackenkegel), die als Erholungszonen und Aussichtspunkte dienen. Der berühmteste und höchste (196 m) ist der Mount Eden, zwei weitere der Mount Hobson und der One Tree Hill. Am Mittwoch (9.4.) bin ich dort hinauf. Oben schaut man in einen 50 m tiefen, grasbewachsenen Krater, und die Aussicht vom Hügel ist wirklich interessant.P1010799Der Blick auf die riesige Stadt enthüllt nämlich ihre Siedlungsstruktur. Es ist ein unglaubliches Meer von sicher zehntausenden Einzelfamilienhäusern und (vor allem) -häuschen. Dass das auch verkehrsmässig Riesenprobleme – Pendlerverkehr! – bedeutet, wurde mir bewusst, als ich von einer Autobahnbrücke einmal den Verkehrsstau beobachtete. Ich habe gelesen, dass die Stadtregierung ernsthafte Pläne hat, diese Zersiedelung zu stoppen und die Menschen endlich in grösseren Wohnhäusern unterzubringen. Ich hoffe, dass ihr das gelingt! (Einige von Euch wissen, wie ich über Einfamilienhäuser und Zersiedelung denke …)P1010797 P1010801Noch ein par Aufnahmen aus der City (Alt neben Neu) …P1010713 P1010756 P1010765… und aus dem weltberühmten Yachthafen.P1010727 P1010733 P1010737

Werbeanzeigen

Auckland – Ākarana I

Mein letztes Erlebnis vor dem Abflug in Santiago de Chile war tatsächlich noch ein Erdbeben. Ich befand mich gerade in der Duty-Free-Abteilung, als mit Getöse Dutzende von Flaschen und andere Gegenstände aus den Regalen flogen. „Earthquake, Eartquake!“ schrie ein Angestellter auf Englisch. Die Leute versammelten sich rund um die starken Stahl- und Betonpfeiler in den Verkaufsräumen. Ich tat es ihnen gleich. Klar, wenn die Decke einstürzt, ist es hier am sichersten. Es fühlte sich tatsächlich an, als ginge ich auf einer dicken Schicht Sülze oder Wackelpudding. Dann lachten alle. Und es roch – zerschlagene Flaschen –  penetrant nach Wein und Whisky … – Danach kam wieder so ein zermürbender 12-Stunden-Flug.

Tāmaki-makau-rau – „Eine junge Schönheit mit 100 Liebhabern“

Tāmaki-makau-rau, so heisst diese Stadt in der Sprache der Maori. Ākarana ist die Übersetzung von „Auckland“ ins Maorische. Auckland liegt auf nicht weniger als 48 (heute inaktiven) Vulkanen. Deshalb die vielen Hügel und wunderschönen Parkanlagen. 1.4 Millionen Menschen leben in dieser Stadt und Agglomeration; das ist ein Drittel der gesamten Bevölkerung des Landes! Ein Grossteil der Menschen hier hat europäische Wurzeln, vor allem britische. Die Ureinwohner machen etwa 11% aus. Mir ist sofort aufgefallen, wieviele Menschen hier aus ost- und südasiatischen Ländern kommen (es sind etwa 20%), und etwa 15% stammen aus dem pazifischen Raum, wo die tausend kleinen Inseln sind. Verschiedenste Kulturen vermischen und durchdringen sich hier auf einmalige Art. Und das ist für mich schon mal etwas sehr Beruhigendes, Aufgestelltes und (positiv) Aufregendes. Aber zunächst fühlte ich mich mal so:P1010610Wie immer, unternahm ich meine ersten Erkundigungen zu Fuss. Ich lief die Queens-Street runter, zum Hafen, und nahm gleich eine Fähre nach Devonport. Von dort soll man einen schönen Blick auf die Stadt und die umliegenden Buchten und Inseln haben. Hier das, was gerade am Weg lag: die Town Hall, eine spiegelnde Fassade, ein Blick auf den Sky Tower (hinten, der aussieht wie ein Dart-Pfeil, 328 m, höchstes Gebäude der Südhalbkugel), und in die Bahnhofshalle von Britomart,wo auch die Fernzüge nach Wellington abfahren (brauche ich vielleicht später).P1010611 P1010613 P1010614 P1010622Dann die Fahrt nach Devonport. Das Dorf ist ein beliebter Ausflugsort der Städter, mit unzähligen Restaurants, Book-Shops und Galerien.P1010634 P1010638xP1010644Als ich dem Ufer entlang schlenderte, hatte ich plötzlich das Gefühl, mich in wohlbekannter Umgebung zu befinden: am Bodensee! Alles stimmte, das Plätschern der Wellen, die Uferpromenade, die Pflanzen … Halt! Das sind natürlich Bäume, die es bei uns nicht gibt …P1010646 P1010650Zwei Hügel erlauben eine wunderbare Aussicht. Diese Hügel sind (heute inaktive) Vulkane, Mount Victoria und North Head. Auf ihnen befinden sich alte Artillerie- und sonstige militärische Befestigungwerke.P1010661 P1010668 P1010671Diese Vulkaninsel heisst Rangitoto, der Vulkan ist 260 m hoch. Wenn möglich, fahre ich übermorgen oder so mal hin. P1010658Diese Fliegenpilze sind Kappen von Lüftungsschächten. Für die alten Festungen? Es wirkt fast surreal …P1010681Diese Stadt scheint wirklich Klasse zu sein! Schön anzusehen ist sie allemal. Ich werde sie die nächsten Tage weiter erkunden. Und ihre Umgebung. Habe mich nämlich entschlossen, etwa eine Woche hier zu leiben. Es kommt mich billiger, als in andern Orten nach Hotels zu suchen (die Preise sind happig!), und vor allem kostet es mich weniger Nerven. Es gibt viele Tagesausflüge von hier aus. Das versuche ich etwas auszunutzen. Bis bald!P1010684